Offener Brief an Bundeministerin Schmied zum Riesenrundgemälde

Verein "FÜR UNSER PANORMA" protestiert gegen vorgesehene Übersiedlung des Riesenrundgemäldes in geplantes Museum

Innsbruck (OTS) - Hauptthema in Tirol ist seit Wochen die umstrittene Entfernung des berühmten Innsbrucker Riesenrundgemäldes aus seinem originalen Rotundenbau am Rennweg in das geplante Bergiselmuseum. Der Streit ist nun in eine weitere Phase getreten. Das Bundesdenkmalamt hat in einem Bescheid vom 7. November d.J. die Verlegung abgelehnt. Der Tiroler Landeshauptmann hat sofort gegen diesen Bescheid berufen. Die Entscheidung in zweiter Instanz, die Kultusministerin Schmied zu fällen hat, steht unmittelbar bevor.

Der Verein FÜR UNSER PANORAMA hat in einem offenen Brief an die Ministerin (s. Anhang) auf die politische Dimension der bevorstehenden Entscheidung hingewiesen und dabei offene Fragen betreffend das Vorgehen der Tiroler Behörden zur Sprache gebracht .

Der Entscheidungsspielraum der Ministerin ist nicht groß, da sie im Rahmen des Denkmalschutzgesetzes zu entscheiden hat, dessen wichtigster Begriff das öffentliche Interesse an der Erhaltung ist. Dieses hat auch über wirtschaftlichen Überlegungen zu stehen. Öffentliches Interesse ist gegeben, wenn ein Denkmal einmalig ist und ein gutes Beispiel für eine bestimmte Kategorie von Denkmälern darstellt. Beides trifft in vollem Umfang auf das Riesenrundgemälde in seiner Rotunde als einem herausragenden Denkmal der Panoramakunst des 19. Jahrhunderts zu.

Das Argument, das geplante Museum am Bergisel ermögliche eine bessere museale Präsentation - sprich Kontextualisierung - wurde auf einer kürzlich in Innsbruck veranstalteten Podiumsdiskussion entkräftet: "Es ist für mich absolut nicht ersichtlich und nicht zwingend", so Patrick Deicher vom International Panorama Council, "wieso das in einem neuen Museum stattfinden muss. Das kann man genau so gut im alten Panoramagebäude auch machen."

Alle einschlägigen internationalen und nationalen Organisationen haben gegen die Zerreißung und somit Zerstörung dieses einmaligen Denkmals protestiert und sich dem Bescheid des Bundesdenkmalamtes angeschlossen. Ebenso haben Fachleute des In- und Auslandes ihrer Empörung über das geplante Translozierungsprojekt mittels Internet-Botschaften Ausdruck verliehen.

Es handelt sich beim Innsbrucker Riesenrundgemälde um ein unverwechselbares Denkmal der Tiroler Landeskultur. Seine Aufnahme in die Liste der Welterbedenkmäler wurde beantragt, würde aber durch eine Zerreißung des Denkmals vereitelt. Die vorgesehene Übersiedlung in das geplante Museum am Bergisel ist ein Akt willkürlicher Denkmalverschiebung: Das Gemälde wird verschoben, um den neuen Museumsbau zu rechtfertigen. Außerdem bedeutet der Transfer ein unabwägbares Risiko für die über 1000 m2 große Leinwand.

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im AOM/Original Text Service sowie im Volltext der Aussendung auf http://www.ots.at .

Rückfragen & Kontakt:

Verein FÜR UNSER PANORAMA
Fr. Dr. R. Gautron
Mobil: 0650/ 366 088 1
kontakt@innsbruck-panorama.eu
www.innsbruck-panorama.eu

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0001