• 25.11.2008, 14:44:11
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Bioabfälle: Kompostierung vom Profi

Gewerbliche Kompostierung eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Wien (PWK895) - Nicht jeder Gartenfreund betreibt einen
Kompostsilo und Wohnungsbesitzer haben wenig Freude mit dem eigenen
Komposthaufen im Wohnzimmer. Zusätzlich sind in den Ballungszentren
die Mengen organischen Abfalls zu groß, um sie langsam vererden zu
lassen. Hier übernehmen Gemeinden und Unternehmen die Sammlung
biogener Abfälle - alles was man tun muss, ist die "Bio-Tonne" zu
benutzen. Der auf diese Weise gesammelte Abfall wird von
professionellen Anbietern unter strengen behördlichen Auflagen in
einem technisch aufwendigen Prozess kompostiert. Das Endergebnis ist
hochwertiger und auf seine Qualität geprüfter Fertigkompost. "Die
Einsatzgebiete für den in gewerblichen Kompostieranlagen gewonnenen
Kompost sind vielfältig", berichtet Robert Schuchter, Mitarbeiter der
Tiroler Höpperger GmbH. & Co KG. "Von Landschaftsbau und Ackerdüngung
über Gartenbau und Hobbygartenbau bis hin zum Biofilterbau findet der
Kompost seine Verwendung."

Ebenso vielfältig wie die Anwendungsmöglichkeiten sind die
Ausgangsmaterialien für die Kompostierung. Ihre Art und Herkunft wird
klar durch die Kompostverordnung, BGBl. II Nr. 292/2001, geregelt.
"Hauptanteil zur Kompostgewinnung bildet der biogene Abfall aus der
grünen Tonne", erklärt Martin Klingler, Vertriebsleiter der DAKA
Entsorgungsunternehmen GmbH & Co. KG. "Zusätzlich können noch
Gastronomieabfälle, kommunale Klärschlämme, Friedhofsabfälle, Mähgut
und Laub aerob, also unter Zufuhr von Sauerstoff, kompostiert werden.
Sind biogene Abfälle zu wasserhaltig, werden sie der anaeroben
Behandlung zugeführt und vergären in Biogasanlagen." Grundsätzlich
gilt: Je vielfältiger die Ausgangsmischung, desto besser wird das
Endprodukt. Damit der fertige Kompost locker und nährstoffreich wird,
wird den Ausgangsmaterialien zusätzlich Strukturmaterial, wie
Strauch- und Baumschnitt, beigemengt. Manche Gemeinden bieten ihren
Bewohnern sogar die Möglichkeit, dieses kostenlos bei
Kompostierbetrieben abzuliefern.

"Wenn die Materialien vermengt sind, beginnt die eigentliche
Kompostierung", erklärt Alfred Frauscher, Geschäftsführer der
Frauscher GmbH. "Obwohl wir dabei den Abläufen der Natur folgen,
lässt sich die gewerbliche Kompostierung nur schwer mit der privaten
Einzelkompostierung vergleichen. Sauerstoff, Wärme und
Mikroorganismen wandeln zwar hier wie dort das Ausgangsmaterial in
Erde um; eine hohe Qualität und Nährstoffdichte erreicht man aber
nur, wenn eine Vielzahl von Kriterien eingehalten wird. Gezielte
Erwärmung vernichtet schädliche Bakterien und unliebsame
Unkrautsamen. Ständige Bewegung des Materials verhindert Schwelbrände
und geschlossene Kreisläufe verhindern das Einnisten von
unerwünschtem Ungeziefer." Kriterien, die in der Einzelkompostierung
nur unter hohem Aufwand zu erreichen sind. Zusätzliches Plus der
gewerblichen Kompostierung: Der gesamte Prozess dauert lediglich
sechs bis acht Wochen. Darüber hinaus unterliegt der auf diese Weise
gewonnene Fertigkompost einer strengen Qualitätsprüfung, die gemäß
Kompostverordnung von jedem Betreiber einer Kompostieranlage
(privater Betreiber, Landwirt, Gemeinde) durchgeführt werden muss. Je
nach Inputmaterial und den im Kompost enthaltenen Nährstoffen erfolgt
eine Kategorisierung in den Qualitätsklassen A+ (für ökologischen
Landbau geeignet), A (für konventionelle Landwirtschaft geeignet), B
(nur außerhalb der Landwirtschaft für den Landschaftsbau und die
Rekultivierung geeignet). Abnehmer sind Land-, Forst- und
Bauwirtschaft genauso wie Gemeinden, Bauern, Gärtnereien und
Privatpersonen. (hp)

Rückfragehinweis:

Fachverband der Abfall- und Abwasserwirtschaft
   Mag. Christian Zinniel
   Tel.: 01 5222592-14
   mailto: zinniel@dieabfallwirtschaft.at
   Roman Degold
   Tel.: 01 5129088
   mailto: degold@inpr.at

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