- 20.11.2008, 15:08:31
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Grillitsch: Brüsseler Kompromiss ist Hoffnung für Zukunft
EUR 50 Mio. Milchpaket kommt Wien (OTS) - Der von den EU-Agrarministern in der Nacht auf heute in Brüssel erreichte Kompromiss zum Gesundheitscheck der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wird vom Österreichischen Bauernbund im Wesentlichen positiv bewertet und lässt "für die Zukunft der gemeinsamen Agrarwirtschaft hoffen", erklärte heute Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch. "Unterm Strich ist diese Einigung eine große Erleichterung für mich und vor allem auch für unsere Milchbauern", atmete Grillitsch auf, "auch wenn nicht alle unsere Wünsche erfüllt wurden." Laut dem Bauernbundchef geht es jetzt aber auch darum, die Diskussion um die Weiterentwicklung gerade der Milchwirtschaft in Europa und Österreich weiterzuführen: "Wir müssen auf Härten, die noch kommen, gefasst sein." Ein erster Wermutstropfen in der Neuregelung ist, so Grillitsch, die Aufstockung der Milchquote um jährlich 1%. "Die Aufstockung der Milchquote ist bei den derzeitigen Preisen das falsche Signal", erklärte Grillitsch. "Zurzeit ist die Lage zu schwierig, die gesamte Milchwirtschaft würde noch mehr unter Mengen- und Preisdruck kommen, als bereits jetzt." Um diesen zusätzlichen Druck abzuwehren, schlägt Grillitsch vor, dass die Mengen in Österreich nicht zugeteilt werden. Der Bauernbundpräsident tritt auch weiterhin für eine rasche und ehrliche Diskussion zum Thema Mengensteuerung ein, um die Milchbauern auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Für Grillitsch ist wichtig, dass die neue Regelung "ein klares Signal für unsere Milchbauern" darstellt, "mit den EUR 50 Mio. müssen wir ein Milchpaket formen, um den Bauern Erleichterung und Planungssicherheit zu bieten." Als weiteren Erfolg nennt Grillitsch auch die "deutliche Reduzierung" der ursprünglichen Pläne der EU zur Kürzung der Direktbeihilfen (Modulation), eine Kürzung von 13% konnte auf 10% vermindert werden. Wenn das neue Förderungssystem künftig auch kleinere Betriebe stärker als bisher berücksichtigt, "dann entspricht das einer langjährigen Forderung des Bauernbundes", stellte Grillitsch klar. Zu zusätzlichen Kürzung für Großbetriebe meinte er: "Es sind ohnehin sehr wenige Betriebe in Österreich so groß, dass sie betroffen sein werden." Als einen weiteren wichtigen Erfolg nennt Grillitsch die Freiwilligkeit der Modellwahl und dass weiterhin eine Koppelung der Mutterkuhprämie möglich ist, was den österreichischen Rindfleischproduzenten enorm hilft. EUR 50 Mio. Milchausgleichspaket erkämpft Zu den wichtigsten Ergebnissen und Schlüssen der nächtlichen Brüsseler Verhandlungen zählen aus Sicht des Bauernbundes, dass beim Milchquoten-Auslaufen flankierende Ausgleichsmaßnahmen für die österreichischen Milchbauern durchgesetzt worden sind, wobei eine Milchkuhprämie ab 2010 Kernstück des Pakets darstellt, das vor allem aus ungenutzten Geldern finanziert wird. Außerdem darf Österreich die neuen Mittel aus Brüssel national verdoppeln und es gibt eine zusätzliche Fördermöglichkeit für den Milchsektor aus der Ländlichen Entwicklung. Ferner sind Entlastungen der Betriebe bis zu EUR 12,5 Mio. jährlich durch Neuberechnung des Fettfaktors ermöglicht worden. Milchbauern auf Quotenauslaufen vorbereiten Weiters zeigte sich der Bauernbund darüber erleichtert, dass eine Aufstockung der Milchquote um bis zu 15% verhindert werden konnte. Dennoch gebe es eine jährliche Erhöhung der Milchquote ab dem Wirtschaftsjahr 2009 um 1%. Weitere Quotenerhöhungen können erst nach Überprüfung des Milchmarktes erfolgen. Der Bauernbund schlägt vor, dass die Mengen nicht zugeteilt werden, um Mengendruck abzuwehren. Da die Kommission keine Vorschläge zur Verlängerung der Milchquote bringt, scheint ein Auslaufen ab 2014/15 fix, so der Bauernbund. Planungssicherheit für Österreichs Bauern Planungssicherheit sei für Österreich erkämpft worden, in Form einer Freiwilligkeit bei der Modellwahl bis 2013, einer Fortführung der Koppelung der Mutterkuhprämie, Vereinfachungen der Cross Compliance-Bestimmungen zum Abbau administrativer Hürden und durch die Erhöhung der Investitionsförderung bei Junglandwirten von EUR 55.000,- auf EUR 70.000,-. (Schluss) Rückfragehinweis: ~ Bauernbund Österreich Brucknerstraße 6/3, A - 1040 Wien Tel.: +43 1 505 81 73 - 28 Fax: +43 1 505 81 73 - 9928 Mobil: 0664/82 100 60 mailto:u.raser@bauernbund.at www.bauernbund.at ~ *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0285 2008-11-20/15:08 201508 Nov 08
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