• 20.11.2008, 13:07:46
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Regulator kann Mogelpackung nicht schön rechnen

E-Wirtschaft: Erste Zahlen der E-Control bestätigen Angaben des VEÖ voll

Wien (OTS) - Die seitens der E-Control veröffentlichen ersten
Zahlen zu den Auswirkungen der geplanten neuen Netztarife für die
heimischen Kraftwerke bestätigen die vom Verband der
Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) präsentierten Daten. "Das
vom Regulator angegebene Netzverlustentgelt von 50 Mio. Euro
entspricht exakt den Berechnungen des VEÖ," erklärte
VEÖ-Generalsekretärin Barbara Schmidt. Hier seien aber noch die
Kosten aus den neuen Abgaben für Pumpspeicherkraftwerke und die
Erhöhung der Systemnutzungstarife sowie der
Gas-Systemnutzungstarife-Verordnung zu addieren. Schmidt: "Das ergibt
in Summe die vom Verband ermittelten neuen Belastungen von 100 Mio.
Euro - und das ist nur der erste Schritt."

Regulator verschweigt Mehrkosten für Unternehmen

Zusätzlich dürfte sich der Regulator in seinen Angaben zu den
Belastungen für Pumpspeicher ausschließlich auf die Kosten für den
Verbund beziehen. Laut Herbert Schröfelbauer, VEÖ-Spartensprecher
Erzeugung und Vorstandsvorsitzender der VERBUND - Austrian Hydro
Power (AHP), müsste allein der Verbund durch die neuen Tarife eine
zusätzliche Belastung von acht Mio. Euro tragen, wenn die Verordnung
tatsächlich Kraft tritt. Schmidt: "Anscheinend hat der Regulator die
Kostenbelastung anderer Betreiber von Pumpspeicherkraftwerken nicht
berücksichtigt." Beim Verbund muss man nach den Worten Schröfelbauers
jetzt das Projekt Limberg III überdenken, weil die Wirtschaftlichkeit
auf Basis der zusätzlichen Kosten nicht mehr darstellbar sei.
Insgesamt sind Projekte mit einer Investitionssummer mit einer
Milliarde Euro gefährdet, so Schröfelbauer.

VEÖ appelliert an Regulator: Belastungen objektiv betrachten

"Die Auswirkungen der Kostensteigerungen durch die geplante
Systemnutzungstarife-Verordnung sowie die Kosten aus der
Tariferhöhung bei Gas werden vom Regulator nicht mitgeteilt",
kritisiert Schmidt. Zudem werde mit Wortkonstruktionen wie "Fairness"
oder "Lastenverteilung" eine falsche Vorstellung vermittelt. Schmidt:
"Auf längere Frist müssen in der Wirtschaft immer sämtliche Kosten
einer Wertschöpfungskette von den Beziehern einer Ware bezahlt
werden." Hier gehe es nicht um Fairness, sondern um einfache
Wahrheiten. Tatsächlich, so Schmidt, sei der Verordnungsentwurf des
Regulators extrem unfair, weil die umweltfreundliche österreichische
Stromerzeugung belastet wird, während Importstrom aus Kohle- oder
Atomkraftwerken wirtschaftliche Vorteile erhält. Schmidt: "Damit
droht Schaden für die Versorgungssicherheit und die
Inlandskonjunktur, weil Investitionen der E-Wirtschaft unrentabel
werden könnten."

Weitere Kostenbelastungen in der Novelle "versteckt"

Die vom VEÖ errechneten zusätzlichen Belastungen für die
Stromproduktion im Inland von bis zu 200 Mio. Euro werden vom
Regulator in einem zweiten Schritt schon jetzt angedacht. Schmidt:
"Dass der Regulator die Angaben des VEÖ dazu nicht nachvollziehen
kann, ist nicht nachvollziehbar."

Rückfragehinweis:
Pressestelle des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs
(VEÖ)
Ernst Brandstetter
Mobil: +43 (0) 664 283 1997
E-Mail: presse@veoe.at

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