- 20.11.2008, 09:50:27
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Finanzkrise - Extreme Regulierung ist nicht zielführend - BILD

Wien (OTS) - An der Fachhochschule des bfi Wien wurde beim
Symposium am 19. November 2008 über die internationale Finanzkrise
diskutiert. "Eine extreme Regulierung ist nicht Ziel führend.
Vielmehr gilt es, geeignete Anreizstrukturen zu schaffen und aufrecht
zu erhalten," betonte Mag. Andreas Ittner, Mitglied des Direktoriums
der OeNB. Eine Verstaatlichung des Bankenwesens ist nach Meinung der
meisten Diskussionsteilnehmer nicht sinnvoll. Dr.in Özlem Onaran von
der WU Wien spricht sich jedoch für einen großen öffentlichen
Finanzsektor aus, der ein stabiles Wachstum fördern soll.
"Rating-Agenturen, Banken-Manager und Händler müssen Verantwortung
übernehmen. Dies ist idealer weise durch eine durchgängige, notfalls
persönliche, Haftung zu erreichen. Gewinne dürfen nicht über Jahre
privatisiert werden, während Verluste sozialisiert werden," meinte
Prof. Albrecht Michler von der Universität Düsseldorf. Es macht
keinen Sinn, "ausgetrocknete Märkte" überhastet zu regulieren, wie
etwa den Markt für strukturierte Produkte, die zwar zum Ausbruch der
Finanzkrise geführt haben, momentan jedoch kaum mehr gehandelt oder
gar neu am Markt platziert werden.
Osteuropa nächster Krisenherd?
Die Lage in Osteuropa ist derzeit schwierig und das
Wirtschaftswachstum verlangsamt sich. Dies führt unweigerlich zu
einem deutlichen Gewinnrückgang für die dort tätigen österreichischen
Banken. Das Wachstum in Mittel- und Osteuropa ist noch immer auf
einem höheren Niveau als in Westeuropa. Mag. Wolfgang Wainig von der
Raiffeisenzentralbank merkte hierzu an, dass die österreichischen
Banken in dieser Region ein originäres Geschäft betreiben. Das heißt,
in den jeweiligen Ländern werden sowohl Einlagen entgegengenommen als
auch die Kredit vergeben. Dieses Geschäftsmodell basiert somit auf
realwirtschaftlichen Überlegungen, was im krassen Gegensatz zum
Geschäftsmodell der in Schwierigkeit geratenen isländischen Banken
steht.
Klassisches Bankgeschäft wieder im Kommen
Die Hereinnahme von Einlagen und die Vergabe von Krediten gewinnt
wieder an Bedeutung. Vorraussetzung hierfür ist ein funktionierendes
Filialnetz und der direkte Kontakt mit den Kunden. Mag. Peter
Madritsch von zeb/rolfes.schierenbeck sieht die Finanzierung über
Pfandbriefe als noch nicht ausgeschöpftes Potential zur weiteren
Liquiditätsverbesserung.
Rasche Reaktion der europäischen Politik findet Zustimmung
Das schnelle und koordinierte Eingreifen der Europäischen Staaten,
das sich deutlich vom eher zögerlichen und die Märkte verunsichernden
Vorgehen der USA unterscheidet, wird von den Experten positiv
gesehen.
"Das Bankenunterstützungspaket dient in erster Linie dazu, eine
ausreichende Finanzierung für österreichische Unternehmen
sicherzustellen. Diese Aufgabe kann nicht von der OeNB oder
staatlichen Stellen wirkungsvoll erfüllt werden. Nur die Banken haben
die entsprechenden Ressourcen und Erfahrungen in der Bewertung und
Gestionierung von Krediten," meinte Mag. Andreas Ittner.
Kompetenzzentrum Basel II an der Fachhochschule des bfi Wien
Seit 2003 führt die Fachhochschule des bfi Wien anwendungsbezogene
Forschung mit Schwerpunkt auf dem Bereich "Basel II/Risikomanagement"
durch. Die Fachhochschule des bfi Wien leistet damit einen Beitrag
zur Erforschung der Auswirkungen von Basel II auf Banken und
Unternehmen.
Mit der Herausgabe der Schriftenreihe "Wirtschaft und Management"
und dem Symposium ist es der FH des bfi Wien gelungen, wesentliche
Kompetenzträger auf diesem Gebiet zusammenzubringen und ihr Know-how
weiterzugeben.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
Fachhochschule des bfi Wien Prof. (FH) Dr. Rudolf Stickler mailto:rudolf.stickler@fh-vie.ac.at Tel. 01/720 12 86-30 Mag. Johanna Pirkfellner, Public Relations mailto:johanna.pirkfellner@fh-vie.ac.at Tel. 01/720 12 86-15, www.fh-vie.ac.at
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