Aufruf zu Barrierefreiheit in der Entwicklungszusammenarbeit Diskussionsveranstaltung im Palais Epstein

Wien (PK) - "(Dis)abilities. Development. Human Rights. Contributions for an accessible and barrier-free development" lautete der Titel einer Podiumsdiskussion, zu der der Zweite Nationalratspräsident Michael Spindelegger gemeinsam mit der Organisation "Licht für die Welt" heute ins Palais Epstein einlud. Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland setzten sich dabei mit der Entwicklungspolitik unter dem Blickwinkel der Behindertenpolitik auseinander und wiesen vor allem auf die Bedeutung hin, die Teilnahme von Menschen mit Behinderung an den Projekten der Entwicklungszusammenarbeit sicherzustellen und auch auf diesem Gebiet der Barrierefreiheit zum Durchbruch zu verhelfen.

Anknüpfungspunkt der Veranstaltung war die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen, die um 3. Mai dieses Jahres in Kraft trat und auch von Österreich ratifiziert wurde. Dieses Vertragswerk verpflichtet die Unterzeichnerstaaten ausdrücklich zur Umsetzung der einzelnen Punkte auch im Bereich der internationalen Zusammenarbeit und in humanitären Notsituationen. Die Projekte der Entwicklungszusammenarbeit dürfen demnach Menschen mit Behinderung nicht diskriminieren, bestehende Barrieren müssen vielmehr beseitigt werden, um auch die volle Teilnahme von Behinderten zu ermöglichen.

In seinen Begrüßungsworten würdigte Michael Spindelegger die Leistungen der Organisation "Licht für die Welt", die ihr 20jähriges Bestehen feiert und bei ihren Aktivitäten das Ziel verfolgt, nach dem Motto "Blind ist, wer seine Augen verschließt", blinden und augenkranken Menschen in den Entwicklungsländern zu helfen.

Die Journalistin Livia Klingl, die die Veranstaltung moderierte, erinnerte eingangs daran, dass 650 Mio. Menschen - rund 10 % der Weltbevölkerung - behindert sind und 80% davon in der Dritten Welt leben.

Einig waren sich in der Podiumsdiskussion Franz-Joseph Huainigg (ehemaliger Behindertensprecher der ÖVP), Brigitte Öppinger-Walchshofer (Geschäftsführerin der Austrian Development Agency), Milena Isakovic (United Nations Development Programme), Barbar Qureshi (Community Health and Education Forum, Pakistan), Yetnebersh Nigussie (Ethiopian Center for Disability and Development), Simonine Mario Loiua (Familia unida para solidariedade em Africa, Mozambique) über die Notwendigkeit, das Thema Behinderung bei sämtlichen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit zu berücksichtigen und dabei einen ganzheitlichen Zugang zu finden, der vor allem auch Bildung und Arbeit umfasst. Franz-Joseph Huainigg meinte etwa unter Hinweis auf seine eigene persönliche Erfahrung, die Integration in der Schule sei die Basis für ein selbstverständliches Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Menschen. Wesentlich seien aber auch gleichwertige Chancen am Arbeitsmarkt, um behinderten Menschen auch neue Berufsfelder abseits von den traditionellen "Behindertenberufen" zu eröffnen.

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