ÖGB-Foglar zu Sorger: Lohnverzicht hat noch nie Arbeitsplätze gerettet

ArbeitnehmerInnen zahlen nicht die Zeche

Wien (GMTN/ÖGB) - "Dass die ArbeitnehmerInnen aus eigener Tasche dafür bezahlen sollen, dass ihre Jobs nicht abgebaut werden, ist gelinde gesagt eine Frozzelei", sagt ÖGB-Wirtschaftssprecher Erich Foglar, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN), zu heutigen Aussagen des Präsidenten der Industriellenvereinigung, Veit Sorger. "Noch nie hat Lohnverzicht dazu beigetragen, Arbeitsplätze zu erhalten."++++

"Die ArbeitnehmerInnen halten schon mit ihrem Steuergeld für die Krise her, in dem der Staat den Banken 100 Milliarden Euro zur Verfügung stellt, sie zahlen seit Monaten als KonsumentInnen die steigenden Preise, sie werden in Kurzarbeit geschickt oder gekündigt - und jetzt sollen sie nach Veit Sorgers Wünschen mit Lohnverzicht ein weiteres Mal bezahlen - das geht entschieden zu weit", kritisiert Foglar. Gewerkschaften seien immer schon bereit gewesen, mit Unternehmen in schwierigen Situationen Lösungen zu finden, das würden auch die Kurzarbeitsvereinbarungen der vergangenen Wochen beweisen -und auch Kurzarbeit bedeutet ja schon geringere Einkommen. "Wir machen aber nicht mit, wenn es darum geht, die Einkommen der Beschäftigten zu schmälern, noch dazu wo es keine Arbeitsplatzgarantie gibt. Lohnverzicht hat noch keinen Betrieb gerettet." Man müsse auch die Fakten ins rechte Licht rücken, sagt Foglar: "Zur Kündigung beim AMS angemeldet heißt ja noch nicht, tatsächlich gekündigt, das ist ja der Sinn des Frühwarnsystems."

Aus 1929 nicht gelernt

"Die Gewerkschaften sehen durchaus den Ernst der Lage, und wir teilen die Sorgen der Wirtschaft", sagt Foglar. "Es ist aber volkswirtschaftlich völlig unverantwortlich, unter dem Deckmantel der Krise die Einkommen der ArbeitnehmerInnen zu schmälern, wer solches vorschlägt, hat aus der Wirtschaftskrise 1929 absolut nichts gelernt."

ÖGB, 19. November 2008 Nr. 678

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