Lebkuchen-Test von VKI ist "Sturm im Wasserglas": Kein wissenschaftlicher Nachweis von Gesundheitsschädigung durch Acrylamid beim Menschen gegeben

Lebkuchenspezialist Kastner zeigt sich verwundert über VKI Test Acrylamid entsteht auch beim Backen im eigenen Haushalt

Bad Leonfelden (OTS) - UT: Pro-Kopf-Verbrauch von Lebkuchen liegt bei unter 300 Gramm/Jahr

Der heimische Lebkuchen-Spezialist Kastner zeigt sich äußerst verwundert über den vom VKI im Magazin "Konsument" veröffentlichten "Lebkuchen-Test". In dem Artikel des Magazins Konsument werden keine wissenschaftlich fundierten Kriterien zur Beurteilung von heimischen Produkten herangezogen und auf eine Produktkategorie angewendet, die nur saisonal und in sehr begrenzter Mengen von den Konsumenten genossen wird. In Österreich wird Lebkuchen im Wert von 15 Millionen Euro verkauft, das entspricht einer jährlichen Verzehrmenge von 300 Gramm Lebkuchen pro Kopf.

"Für uns ist dieser "Test" ein PR-Gag des VKI - ein Sturm im Wasserglas in der Vorweihnachtszeit", so Mag. Franz Weglehner, Geschäftsführer von Kastner Lebkuchen. "Wir lassen uns den Appetit auf diese österreichische Weihnachts-Spezialität nicht nehmen", zumal die Vermutung, "dass hier gezielt ein Bereich der österreichischen Lebensmittel-Branche in der Hauptumsatzzeit schlecht gemacht wird, naheliegt", so Weglehner weiter.

Acrylamid entsteht beim Backen, Braten und Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln - auch im eigenen Haushalt. "Eigentlich müsste der VKI auch gegen das beliebte Keks-Backen zu Hause auf die Barrikaden steigen" so Weglehner, "Die durchschnittliche Pro-Kopf Verzehrmenge von 300 Gramm Lebkuchen pro Jahr verursacht ganz sicher keine Gesundheitsgefährdung".

Zum "Konsument" Test im Detail - wissenschaftliche Risikobewertung fehlt

Die vom VKI gemessenen und beanstandeten Acrylamidwerte in Kastners Lebkuchen in den Sorten Honig Lebkuchen und Früchte Lebkuchen weisen einen Wert von 1.100 bzw. 1.200 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm aus und wurden sohin vom VKI als "nicht zufriedenstellend" beurteilt. Worauf sich die Beurteilung "nicht zufriedenstellend" stützt, wurde nicht angegeben.

Keine Angaben zum Testinstitut, zur Mess-Methode oder zur Genauigkeit

Die Testergebnisse seitens des VKI wurden dem Lebkuchen-Spezialisten Kastner ohne Angabe des Testinstitutes, der Mess-Methodik oder der Genauigkeit der Untersuchung übermittelt. "Auch auf unsere Nachfrage hin haben wir diese Daten nicht erhalten". "Es fällt uns daher schwer, zu einem Testergebnis, dessen Grundlage im Sinne der Messmethodik wir nicht kennen, Stellung zu nehmen", zeigt sich das Unternehmen über die Vorgehensweise des VKI verwundert.

Weiters erfolgte keine Erklärung zur Bewertung der Produkte. "Wir gehen daher davon aus, dass sich der VKI auf die in einigen europäischen Ländern gängigen unverbindlichen Signalwerte von 1000 Mikrogramm pro Kilogramm bezieht, die nicht rechtsverbindlich sind".

Unterschiedliche Maßstäbe sowie wissenschaftlich nicht fundierte "Signalwerte"

"Alle Produkte aus dem Hause Kastner entsprechen selbstverständlich dem strengen österreichischen Lebensmittelgesetz und keine gesetzlichen Höchstwerte wurden und werden überschritten", so Mag. Franz Weglehner. "Selbstverständlich befürworten wir ein strenges Lebensmittelgesetz und die Etablierung von Höchstgrenzen für gesundheitsbedenkliche Stoffe. Was wir nicht gut heißen, ist eine Beurteilung mit unzulässigen Parametern. Der Verdacht auf absichtliche Schädigung einer gesamten Produktkategorie drängt sich hier auf."

Bis dato existiert keine wissenschaftliche Grundlage, die einen Zusammenhang zwischen Acrylamid in Lebensmitteln und einem unmittelbaren Gesundheitsrisiko für den Konsumenten nachweist. Vielmehr kommen Studien zum Ergebnis, dass Acrylamid für den Menschen ungefährlicher ist, als bis dato angenommen.

Acrylamid ist ungefährlicher als vermutet

Im "Fachmagazin Journal of Nutrition" berichtet Janneke Hogervorst von der Universität Maastricht, dass sie keine Verbindung zwischen einer erhöhten Acrylamid-Aufnahme und einem erhöhten Risiko für Krebs der inneren Organe finden konnte.

Hogervorst wertete dafür die Daten einer niederländischen Studie aus, an der sich insgesamt 120.000 Menschen zwischen 55 und 69 Jahren beteiligt hatten. Der Gesundheitszustand dieser Menschen wurde über einen Zeitraum von 13,3 Jahren untersucht. "Wir haben keine Verbindung zwischen erhöhter Acrylamid-Aufnahme und einem erhöhtem Risiko für Krebs im gastrointestinalen Trakt feststellen können", schreibt die Autorin. Acrylamid entsteht, wenn Lebensmittel beim Backen, Braten, Frittieren und Rösten stark erhitzt werden im Zuge der Bräunungsreaktion. Tierversuche hatten gezeigt, dass Acrylamid Krebs auslösen kann, jedoch wurden dazu Konzentrationen verwendet, die nicht durch den Verzehr von Lebensmitteln erreicht werden können.

Die EU hat gerade begonnen, auf europäischer Ebene in einem Monitoring zu erheben, welche tatsächlichen Werte existieren, um dann eine Diskussion über Grenzwerte zu beginnen.

Acrylamid in Lebensmitteln wurde erst durch die Weiterentwicklung der Analysemethoden in diesem Ausmaß entdeckt. Auswirkungen von Acrylamid werden derzeit erforscht, eine wissenschaftliche Risikobewertung auf europäischer aber auch auf Landesebene erfolgt. Sobald diese Risikobewertungsstudien abgeschlossen sind und ein Risiko für den Konsumenten feststellbar sein sollte, wird es zu einer gesetzlichen Regelung kommen. "Wir beim Traditionsunternehmen Kastner legen extrem hohen Wert auf die Qualität und Sicherheit unserer Produkte. Wir unternehmen daher eine Vielzahl an Anstrengungen, um den Acrylamid-Wert in unseren Produkten möglichst gering zu halten und sind Befürworter einer gesetzlichen Regelung, um hier für alle gültige sowie verbindliche Grenzwerte zu erlangen".

Kastner reduziert Acrylamid in Produkten

"Wir sehen es als unsere Verpflichtung gegenüber den Konsumenten an, alles daran zu setzen, sichere Lebensmittel auf den Markt zu bringen und diese stetig weiterzuentwickeln", so der Kastner Geschäftsführer Mag. Franz Weglehner.

So wurde und wird bei Kastner der Acrylamidwert im Lebkuchen reduziert. Dies geschieht durch den Austausch von Backtriebmitteln, durch Änderungen der Backtemperatur und durch Austausch von Rohstoffen. "Nachdem es sich bei unseren Zutaten um natürliche Rohstoffe wie Mehl, Honig und Früchte handelt, gestaltet sich der Austausch schwieriger, da diese natürlichen Rohstoffe jedes Jahr unterschiedliche Anteile an Eiweiß und Fructose aufweisen".

Über Kastner:

Kastner ist ein privates Traditionsunternehmen aus Oberösterreich, das sich seit 1559 der Kunst der Lebzelterei widmet. Die Firma Kastner ist ein Erzeuger von Dauerbackwaren und Confiserie. Heute ist Kastner weit über die Grenzen hinaus ein Begriff für originelle Gaumenfreuden der feinsten Art. Kastner beschäftigt saisonabhängig zwischen 75 und 95 Mitarbeiter.

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