VIRUS: selbstentlarvende Baggerargumentation der via donau

Wien (OTS) - Mit Vehemenz weist die Umweltorganisation VIRUS die Vorwürfe der via donau zurück. Diese hatte Kritik an laufenden und zur Eintiefung der Donau beitragenden Baggerungen als "unsachgemäß" und als "Falschinformation" bezeichnet. Sprecher Wolfgang Rehm "Die via donau hat im Rahmen des UVP-Verfahrens zu ihrem Flussbauprojekt als Teil glückloser Rechtfertigungsversuche entsprechende Unterlagen vorgelegt. Daraus geht eindeutig hervor, dass im Zeitraum zwischen 1996 und 2005 rund 1,5 Millionen Kubikmeter an der Donau östlich von Wien gebaggert wurden".

Wie VIRUS betont, enspricht dies beinahe der Menge, die die Austrian Hydro Power (AHP) im gleichen Zeitraum zur Sohlstabilisierung unterhalb der Staustufe Wien-Freudenau zugegeben hat oder 7,5-mal der mittleren jährlichen Geschiebefracht auf der Donau und ist somit nicht unerheblich. Aus den Unterlagen geht auch hervor, dass sich die Baggerintensität gegenüber dem Verlgeichszeitraum 1984 bis 1995 verdoppelt hat. "Von der mehrfach behaupteten Reduktion auf ein vernachlässigbares Maß kann also nicht die Rede sein", kritisiert Rehm.

Auch den Rechtfertigungsversuch, die Maßnahmen seien das absolute Minimum, um die Befahrbarkeit der Donau zu gewährleisten, weist VIRUS zurück. "Wie jeder Beobachter nachvollziehen kann, wird der Wasserweg Donau trotz einer aktuell ausgeprägten Niedrigwassersituation mit beeindruckender Intensität befahren. Die Schifffahrt selbst ist also flexibler als das Wasserstraßenmanagement und seine Drahtzieher in Politik und Verwaltung", so Rehm.

Die aktuellen sogenannten "Erhaltungsmaßnahmen" basieren auf einem laut VIRUS wenig durchdachten Bescheid der Obersten Wasserrechtsbehörde. "Die haben sich ohne Rücksicht auf ihre sonstigen Schutzgüter aufgeführt, als wären sie eine reine Schifffahrtsbehörde. Und derzeit deutet alles darauf hin, dass nicht einmal die ohnehin unzureichenden Auflagen erfüllt werden" sieht Rehm dringenden Handlungsbedarf.

Die Behauptung der via donau, das Material würde lediglich umgelagert und wäre somit "eintiefungsneutral" geht für die Umweltschützer ebenfalls ins Leere. So wird laut den vorliegenden Unterlagen deutlich mehr als die Hälfte des gebaggerten Materials dem Geschiebehaushalt entzogen. Und das "verklappte" also wieder zugegebene Material wird vorher teilweise weit stromabwärts verfrachtet und damit, wie VIRUS kritisiert, eine sinnvolle Geschiebebewirtschaftung konterkariert. Wie Rehm betont, darf auch nicht vergessen werden, dass die Baggervorgänge selbst für Aufruhr im Geschiebehaushalt sorgen: "Selbststabilisierend wirkende Deckschichten werden aufgerissen und es gilt die Faustregel, dass für jede gebaggerte Schaufel zwei weitere in Bewegung gesetzt werden."

Die Sohleintiefung der Donau östlich von Wien hat vier Ursachen, die wie VIRUS betont alle menschengemacht sind, es sei daher unzutreffend, von "natürlicher Selbsteintiefung" zu sprechen. "Die ständigen überzogenen Baggerungen unter dem Titel Wasserstraßenerhaltung tragen wesentlich zur künstlichen Herstellung der Eintiefung bei. Diese dient in weiterer Folge als Rechtfertigung für unnötig harte Maßnahmen im Flussbaulichen Gesamprojekt", fordert Rehm ein Umdenken.

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