"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Es reicht! Genug gestritten" (Von MICHAEL SPRENGER)

Faymann und Pröll sollen jetzt endlich beweisen, dass sie besser regieren können als verhandeln Ausgabe vom 19. November 2008

Innsbruck (OTS) - Das Frage-Antwort-Spiel ist zu Ende. Der designierte ÖVP-Chef Josef Pröll hatte seinen Auftritt. Er konnte in Hinblick auf den bevorstehenden Parteitag seine Muskeln zeigen. "Seht her, meine Freunde von der Volkspartei! Ich bin ein wirklich harter Verhandler." SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann lächelte einmal mehr, schickte dem "lieben Josef" rasch die Antworten auf die gestellten zehn Fragen. Pröll freute sich. Jetzt sind wieder alle zufrieden -und verhandeln. Und von der Hofburg aus vernehmen wir zugleich die salbungsvollen Worte unseres Bundespräsidenten Heinz Fischer, dass es zwischen Rot und Schwarz kaum mehr Differenzen gibt.

Es reicht! Diese Koalitionsverhandlungen werden immer mehr zur Peinlichkeit. Alleine deshalb sollten ÖVP und SPÖ als Art Schadensbegrenzung diese Verhandlungen rasch zu einem Ende führen. Selbst wenn dies dann das Scheitern für Rot-Schwarz bedeuten würde, was aber eh nicht passieren wird. Denn die SPÖ will nicht alleine regieren, und die ÖVP weiß, dass jetzt der Weg in die Opposition bei den dann zu erwartenden Neuwahlen im Frühsommer zu einem Fiasko für die Volkspartei führen werden.

Als genug gestritten! Faymann und Pröll sollen jetzt endlich beweisen, dass sie besser regieren können als verhandeln. Angesichts der weltweiten Finanzkrise, angesichts der ansteigenden Arbeitslosigkeit wäre es jedenfalls grob fahrlässig, diese nicht einmal gut inszenierten Spielchen weiterzuspielen. Es geht wohl jetzt einzig und alleine darum, diese Krise zu bewältigen.

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