Industrie: EU-Bericht bestätigt ausbleibende negative Effekte durch Arbeitsmarktöffnung

IV-GS Beyrer: Arbeitnehmerfreizügigkeit rasch umsetzen - Übergangsbestimmungen ökonomisch sinnlos und unfair - Kommission bestätigt Notwendigkeit von Umdenken bei Migration

Wien (OTS) - (PdI) "Vollkommen bestätigt" sieht sich die Industrie in ihrer Forderung nach möglichst rascher Herstellung der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit durch den von Kommissar Vladimir Spidla präsentierten entsprechenden Kommissionsbericht. "Der Kommissionsbericht macht deutlich: Es sind keine negativen Auswirkungen durch die Öffnung des Arbeitsmarktes zu erwarten", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Dienstag. Der Kommissionsbericht lege anhand umfassenden, statistischen Datenmaterials dar, dass es seit dem Beitritt der neuen Mitgliedstaaten im Jahr 2004 und 2007 in keinem Mitgliedstaat der EU zu nachhaltig negativen Veränderungen auf dem nationalen Arbeitsmärkten gekommen sei.

"Die Kommission ist davon überzeugt und erwähnt im Bericht wiederholt, dass sich die Arbeitskräftebewegungen weniger nach der Offenheit der Arbeitsmärkte richten, sondern nach dem Arbeitsangebot auf den nationalen Arbeitsmärkten. Restriktionen zeigen somit nur eine sehr begrenzte Wirkung und verzögern Marktanpassungen." Der Bericht mache deutlich, wie sehr vor allem EU-Länder mit offenen Grenzen von der Mobilität der Arbeitskräfte aus den neuen Mitgliedstaaten profitiert haben. "Auch Österreich darf die Chance nicht verstreichen lassen, die besten Köpfe und Hände aus dem nahen EU-Ausland anzuwerben - ansonsten ziehen sie wie bisher an uns vorbei", unterstrich Beyrer das Anliegen der Industrie. Gegen den Fachkräftemangel würde langfristig nur die Kombination aus Aus- und Weiterbildung im Inland - hier hatte die Industrie zuletzt ein Plus von rund 40% bei den Erstjahreslehrlingen - mit gezielter und bedarfsorientierter Zuwanderung helfen. "Migration muss als Chance und nicht als Gefahr gesehen werden. Unser Land ist auf die Öffnung gut vorbreitet, es besteht kein Grund, sich zu Tode zu fürchten", plädierte der Generalsekretär für ein Umdenken in Österreich.

Auch bei der vollständigen Liberalisierung des Arbeitsmarktes seien demnach keine großen Arbeitskräftewanderungen zu erwarten, weil viele Auswanderungswillige ihre Job-Chancen im EU-Ausland bereits genützt hätten. Der Kommissionsbericht zeige auch, dass Österreich hier eine wichtige Chance bereits verpasst haben könnte. "Eine rasche Öffnung des Arbeitsmarktes ist aber nicht nur wirtschaftspolitisch sinnvoll und notwendig", betonte Beyrer, sondern auch von "großer symbolischer Bedeutung". Gerade Österreich habe durch die Erweiterung der EU durch das starke Wachstum und den Reformdruck seitens der Nachbarn überproportional profitiert und sei dennoch noch immer einer von vier Staaten, welcher die Übergangsfristen aufrecht erhalte. "Umso mehr sollten wir die Freiheiten aber auch den neuen Mitgliedstaaten rasch zugestehen - das ist auch eine Frage der Fairness", unterstrich Beyrer. Die österreichischen Übergangsbestimmungen seien aus Sicht der Industrie "zweifach kontraproduktiv": ökonomisch sinnlos und unfair gegenüber unseren Partnern.

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