Faire Preise für Spitzenprodukte

LH Dörfler lädt zu "Milchpreisgipfel", um Maßnahmen gegen Preisdumping zu bündeln

Klagenfurt (LPD) - Nicht nur Fairtrade bei Bananen, sondern auch Fairtrade bei hochqualitativen Kärntner Milchprodukten forderte heute, Dienstag, Landeshauptmann Gerhard Dörfler beim Pressefoyer im Anschluss an die Regierungssitzung. Ein von ihm einberufener Milchgipfel am kommenden Donnerstag soll eine gemeinsame Vorgangsweise erarbeiten und einen Schulterschluss von Handel, Molkereien und Bauern bringen, so Dörfler. "Der Preisdruck auf die Bauern muss endlich ein Ende haben." Einstimmig beschlossen wurde heute auch eine Resolution von LR Josef Martinz an den Landwirtschaftsminister, das mehrfach geforderte "Milchpaket" endlich umzusetzen.

"Mit Bestürzung ist festzustellen, dass der Milchpreis für die Bauern von 49 auf 39 Cent gesenkt wurde", so Dörfler. Bei einer Durchschnittslieferung von 55.000 kg Milch im Jahr habe ein Milchbauer bei dieser Senkung um zehn Cent einen Verlust von 5.500 Euro. Besonders kritisierte Dörfler, dass ausgerechnet Werner Wutscher, Sohn des Landwirtschaftskammerpräsidenten Walfried Wutscher, im Vorstand der REWE-Group wesentlich am Preisdruck auf die Bauern beteiligt sei. "Der Handel darf nicht schlechtere Qualität importieren und den eigenen Bauern nur Dumpingpreise für hochwertige Qualität zahlen", forderte der Landeshauptmann. Nicht umsonst sei die "Kärntner Milch" vom Magazin "Der Konsument" zum besten Milchproduzenten Österreichs gekürt worden.

"Es braucht jetzt sofort Gegensteuerungsmaßnahmen, das soll in einem ersten Schritt durch die Einberufung des 'Milchpreisgipfels' passieren", sagte Dörfler. Es müsse den drei großen Handelsketten klar gemacht werden, dass sie "Fairness walten lassen müssen". "Dass die Preise diktiert werden, muss von der Politik zurückgewiesen werden, der österreichische Konsument hat das Recht auf beste Produkte zu fairen Preisen." Wichtig werde sein, alle Maßnahmen und Möglichkeiten zu beraten, um eine gemeinsame Vorgangsweise im Umgang mit dem Handel zu erarbeiten, so der Landeshauptmann. "Wenn noch mehr Bauern ihre Existenz wegen des hohen Preisdrucks und der Kosten aufgeben müssen, dann bedeutet dies auch eine massive Schwächung des ländlichen Raumes."

Weiters kündigte Dörfler an, dass es einen Prominentenwerbepool geben werde, um das Bewusstsein beim Konsumenten zu schärfen, was Produkte aus Kärnten bedeuten. Berühmte Persönlichkeiten unseres Landes sollen für Kärntner Produkte werben, beispielsweise unter dem Motto "Kärnten ist meine Milch" oder "Kärnten ist mein Brot". Eine Erhöhung des Milchhygienebeitrages wäre die falsche Antwort, so Dörfler weiter. Das würde bedeuten, dass der Preisdruck des Handels auf die Bauern mit Steuergeld kompensiert würde.

Am "Milchpreisgipfel" kommenden Donnerstag in der Landesregierung sollen Bauern sowie Vertreter der Landwirtschaftskammer und Interessensgemeinschaften teilnehmen.

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