E-Control: Netztarife sind kostengerecht

E-Control-Chef Boltz: Netzgebühren für Pumpstrom-Bezieher notwendig - keine Mehrbelastung für die österreichischen Energiekunden

Wien (OTS) - Die bisherige Befreiung der Pumpstromkraftwerksbetreiber von den Netztarifen war zu Beginn der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998 durchaus rechtfertigbar. Aufgrund der Energiepreisentwicklungen in den letzten Jahren hat sich die Einsatzweise von Pumpspeicherkraftwerken wesentlich verändert und daher ist die bisherige Befreiung nicht mehr haltbar. Die Betreiber dieser Kraftwerke optimieren ihre Gewinne, da sie hochpreisigen Strom verkaufen und in Niedrigpreisphasen Wasser hochpumpen.

Festzuhalten ist jedenfalls, dass der Netzausbau - also die Investitionen in die Netzinfrastruktur - maßgeblich von Pumpspeicherkraftwerken beeinflusst werden und bisher kein laufendes Entgelt für die Nutzung des Netzes durch Pumpstrom-Bezieher zu leisten war. Bisher mussten den Großteil der Netzkosten die Konsumenten tragen. "Damit dieses Ungleichgewicht abgestellt wird, werden den Betreibern von Pumpspeicherkraftwerken nunmehr Systemnutzungstarife in angemessener Höhe verrechnet", so Walter Boltz, Geschäftsführer der Energie-Control GmbH.

Von den neuen Systemnutzungstarifen für Pumpstrombezieher ist vor allem die Verbund-Austrian Hydro Power AG betroffen und in sehr geringem Ausmaß die Kelag, Tiwag und die VKW. Zur Verbund-Austrian Hydro Power AG verweist Boltz auf den hohen Jahresüberschuss von 420 Mio. EUR im Jahr 2007 (2006: 287 Mio. EUR) bei einem Umsatz von 965 Mio. EUR. Den Grund für die Umsatz- und Überschussentwicklung gibt das Unternehmen selbst an "in 2007 gestiegenen durchschnittlichen Strompreisen um 19,9%". "Dass die Systemnutzungstarife im Ausmaß von 7,5 Mio. EUR bis 8 Mio. EUR für den Pumpstrombezug eine nachhaltige Änderung der Investitionsstrategie des Unternehmens verursachen wird, ist nicht nachvollziehbar", so Boltz weiter.

Darüber hinaus wurden bisher keine Tarife für Netzverluste von Einspeisern eingehoben, obwohl diese in unmittelbarem Zusammenhang mit der Einspeisung von elektrischer Energie in die bestehenden Netze entstehen. Aufgrund einer kostenverursachungsgerechten Betrachtung müssen auch Einspeiser für die verursachten Kosten aufkommen.

"Die Heute im Zuge einer Pressekonferenz präsentierten Zahlen zu den zusätzlichen Netzgebühren für Einspeiser sind nicht nachvollziehbar", so Walter Boltz. "Bei der zukünftigen Mehrbelastung von den kolportierten 200 Mio. Euro werden erstens einmalige und laufende Netztarife vermischt und zweitens sind diese im vorliegenden Verordnungsentwurf nicht vorgesehen", so Boltz weiter.

Boltz schließt Strompreiserhöhungen auf Grund der vorgeschlagenen Maßnahmen für die Verbraucher dezidiert aus. "Diese könnten nur dann auftreten, wenn die heimischen Unternehmen am österreichisch-deutschen Großhandelsmarkt Marktmacht hätten, wovon ich nicht ausgehe", sagt Boltz. Und weiter: "Ganz im Gegenteil, die Einführung der Netzverlustentgelte für Einspeiser sowie die Tarifierung des Pumpstrombezugs führen zu einer Entlastung der Konsumenten."

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