Eine Uhr gegen Burnout

Wien (OTS) - Die österreichische Vereinigung für Supervision, ÖVS, und die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier, GPA-djp, stellten heute die "Burnoutpräventions-Uhr" vor. Passend zum Thema Work-Life-Balance fand die Präsentation in der orientalischen Wohlfühloase des Wiener Aux Gazelles statt. Wolfgang Knopf, ÖVS-Vorsitzender, und Selma Schacht, GPA-djp, zeigten alarmierende Studienergebnisse, erläuterten Supervision als vorbeugende Maßnahme und forderten verbesserte betriebliche Rahmenbedingungen.

Alarmierende Studienergebnisse

1.000 Personen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich beteiligten sich im Jahr 2007 an der Burnout-Studie der GPA-djp. Bundesvorsitzende der Interessensgemeinschaft work@social Selma Schacht fasst die alarmierendsten Ergebnisse zusammen: 29% der Befragten gelten als stark belastet durch emotionale Erschöpfung (Grafik 11). Das Risikopotential für Burnout aufgrund von Depersonalisierung und Entpersönlichung beträgt über ein Drittel (Grafik 15). Mehr als die Hälfte gab bei der Frage nach der persönlichen Erfüllung an, mittel bis stark belastet zu sein (Grafik 19). Über 20% der Beschäftigten gehören zur Gruppe mit dem höchsten Risiko, ein Burnout-Syndrom zu entwickeln (Grafik 23).

Burnout-Gefahr in allen Branchen

Angehörige von Berufen im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie Lehrer und Lehrerinnen gelten schon seit vielen Jahren besonders gefährdet. Aber auch Angestellte im Dienstleistungssektor mit hohem Kundenkontakt, wie Banken, Polizei etc. sowie ManagerInnen und Führungskräfte aller Branchen sind immer öfter von Burnout betroffen. "Werden ManagerInnen mit der Skala der Burnout-Symptome konfrontiert, sind sie meist überrascht, wie weit sie sich bereits im bedenklichen Bereich befinden", beschreibt ÖVS-Vorsitzender Wolfgang Knopf aus der Begleitung von Führungskräften.

Prävention durch Organisation und Supervision

Die ÖVS und die GPA-djp sind sich einig, dass sowohl auf der organisatorischen Ebene durch verbesserte Rahmenbedingungen, als auch auf der MitarbeiterInnen-Ebene durch Supervision und Coaching präventive Maßnahmen gegen Burnout gesetzt werden müssen. Die ÖVS fordert eine permanente Reflexion der sich verändernden Arbeitsbedingungen. Arbeitgeber müssen Überbelastung präventiv verhindern und die Freude an der Arbeit wieder ermöglichen. Für MitarbeiterInnen als auch für Führungskräfte tragen regelmäßige Supervision und Coaching dazu bei, dass es gar nicht erst zu Burnout im Beruf kommt. Überfordernde Arbeitsbelastungen werden rechtzeitig erkannt und abgebaut und die Work-Life-Balance gestärkt. Die GPA-djp fordert, "Supervision sowie Austauschmöglichkeiten zwischen den Beschäftigten müssen innerhalb der Arbeitsprozesse institutionell verankert werden."

Burnoutpräventions-Uhr

Wie in einem Hamsterrad? Aus dem Gleichgewicht? Warum arbeiten? Nichts wie weg? Wo, wer, was bin ich? Ausgebrannt? - mit diesem sechs Fragen hilft die Burnoutpräventions-Uhr dabei, erste Anzeichen und Warnsignale bei sich selbst und an anderen zu erkennen. Die eben druckfrisch eingelangte Uhr besteht aus zwei drehbaren Scheiben mit sechs Symptomen und Lösungshinweisen, die stressgeplagten Personen zeigen, wie sie sich vor dem Ausbrennen schützen können. "Burnout entsteht nicht von heute auf morgen und hat auch nicht nur eine Ursache. Wichtig ist, auf allen Ebenen zu achten, wie man präventive und nachhaltige Maßnahmen zur Burnoutprävention setzen kann. Supervision und Coaching sind ein wesentliches Instrument um Menschen dabei zu unterstützen", erläutert Elisabeth Sechser, Vorstandsmitglied der ÖVS, die die Burnoutpräventions-Uhr federführend entwickelt hat. Die Burnoutpräventions-Uhr wird bis Ende November allen GPA-djp-Mitgliedern, Betriebsräten, SupervisorInnen und Coaches angeboten. Unter office@oevs.or.at bzw. der Telefonnummer 01/5330822 kann die Burnoutpräventions-Uhr bestellt werden.

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ÖVS sorgt für Qualität bei Supervision & Coaching
Der Österreichischen Vereinigung für Supervision, ÖVS, gehören mehr als 1.200 eingetragene SupervisorInnen in ganz Österreich an, die über hohe Beratungs-Kompetenz, fachliches Know-how und langjährige Praxis-Erfahrung in Sachen Supervision und Coaching verfügen. Sie alle haben sich zur Einhaltung strenger ethischer Richtlinien verpflichtet, um höchste Beratungsqualität sicherzustellen. Die ÖVS wurde 1994 gegründet und umfasst 9 Bundesländergruppen und 16 Ausbildungseinrichtungen in ganz Österreich. www.oevs.or.at

Supervision und Coaching zielen auf Reflexion, Problembewältigung und das Erarbeiten von Lösungsstrategien im betrieblichen Umfeld ab. Eng damit verbunden ist eine erhöhte Kommunikationskompetenz, Zufriedenheit, Motivation und Leistungssteigerung.

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