Preisgestaltung bei Gas muss nachvollziehbar werden

Linz (OTS) - Nach der drastischen Gaspreiserhöhung vom 1. November haben die Energieversorger eingelenkt und die Preise wieder gesenkt. "Das Hin und Her macht deutlich, dass endlich die Preisregulierung bei diesem wichtigen Energieträger nachvollziehbar und transparent werden muss", fordert AK-Präsident Johann Kalliauer von der Regulierungsbehörde E-Control.

Die Preiserhöhungen von Anfang November hatten es in sich: Die Erdgas OÖ hatte die Preise um über 46 Prozent und die Linz AG um über 35 Prozent erhöht. Auch andere österreichische Gasversorger, wie die EVN oder Steirische Gaswärme erhöhten die Preise drastisch. Begründet wurde dies mit den stark gestiegenen Importpreisen von Erdgas.

"Wir sehen hier ein Versagen des Marktregulators", kritisiert AK-Präsident Kalliauer. Die Gaspreise sind in Österreich seit der Liberalisierung vor sechs Jahren kontinuierlich gestiegen. Das System der Preisgestaltung insgesamt ist nicht nachvollziehbar. Der Importpreis von Gas orientiert sich am Ölpreis. "Schon das ist in Frage zu stellen. Es existiert kein wirklicher Markt, wodurch auch kein Marktpreis gebildet werden kann. Die Bindung des Importpreises an den Rohölpreis ist nicht gerechtfertigt. Beide haben miteinander nichts zu tun. Der Gaspreis wird nicht durch Angebot und Nachfrage bestimmt", betont Kalliauer.

Der Rohölpreis ist seit Monaten wieder auf Talfahrt. Es wird erwartet, dass deshalb die Importpreise für Gas zeitverzögert ebenfalls sinken werden. Warum gerade jetzt am Beginn der Heizperiode die Verbraucherpreise angehoben wurden, ist nicht nachvollziehbar. Immerhin werden sinkende Importpreise erwartet.

Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass die OÖ Gasversorger die Preise wieder senken - allerdings gilt die Preissenkung erst ab Mitte Jänner! Die Konsumentinnen und Konsumenten mussten zuletzt starke Realeinkommensverluste durch steigende Preise hinnehmen.

Haushalte, die mit Gas heizen, können nicht von heute auf morgen auf andere Energieträger wechseln sondern sind von den Versorgern angesichts mangelnder Konkurrenz abhängig. Es gibt zwar die Möglichkeit den Gasversorger zu wechseln, aber dies ist mit großem Aufwand verbunden, weshalb viele Kundinnen und Kunden davon Abstand nehmen. Ob sich ein Wechsel rechnet, kann man einfach und schnell auf der Homepage der AK unter www.arbeiterkammer.com mit dem Tarifkalkulator feststellen.

Die AK fordert die zuständige Regulierungsbehörde E-Control nachdrücklich auf, endlich ein nachvollziehbares und transparentes System der Preisregulierung bei Heizgas zu schaffen, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht länger draufzahlen.

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