Keine neue Belastungswelle bei Strom!

E-Wirtschaft: Regulator gefährdet heimische Erzeugung und Kraftwerksinvestitionen

Wien (OTS) - Die österreichische E-Wirtschaft setzt alle Hebel in Bewegung, um eine neue Belastungswelle bei Strom zu verhindern, die ab 2009 durch die geplante Einführung eines neuen Systems für die Netzgebühren droht. "Die sogenannte Systemnutzungstarif-Verordnung (SNT-VO 09) ist keine Reform, sondern eine Mogelpackung des Regulators, der schweren Schaden für die Stromversorgung, das Strompreisniveau, den Klimaschutz sowie für die Versorgungssicherheit und die Konjunktur nach sich ziehen würde", erklärte die Generalsekretärin des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Barbara Schmidt.

Die geplante SNT-VO 09 sieht in Summe für die Stromproduktion Belastungen von rund 100 Mio. Euro pro Jahr vor. Als nächster Schritt sind weiters Netzgebühren für alle Einspeiser vorgesehen, die weitere Belastungen von rund 200 Mio. Euro nach sich ziehen werden. Österreich ist damit das einzige mitteleuropäische Land, das seine eigene Elektrizitätswirtschaft gegenüber dem Ausland schlechter stellt.

Gefahr für Klimaschutz-Ziele und Ausbau erneuerbarer Energien Eine Belastung von rund 300 Mio. Euro jährlich entspricht in etwa den Investitionskosten von vier Wasserkraftwerken in der Größe des in Bau befindlichen Kraftwerks Werfen/Pfarrwerfen. In Summe verliert die E-Wirtschaft durch die SNT-VO bis 2020 Investitionsmittel, mit denen Kraftwerke gebaut werden könnten, deren Leistung das Vierfache des Donaukraftwerks Freudenau beträgt. Besonders betroffen wäre der Ausbau der Pumpspeicherkraftwerke. Neue Projekte wären unwirtschaftlich und die Erträge der bestehenden Pumpspeicher würden um bis zu 67 Prozent reduziert. "Der Ausbau der Wasserkraft ist Österreichs Schlüssel für eine sichere Versorgung und darf daher nicht durch neue Belastungen gefährdet werden", erklärte Herbert Schröfelbauer, VEÖ-Spartensprecher Erzeugung und Vorstandsvorsitzender VERBUND-Austrian Hydro Power (AHP). Auch neue thermische Kraftwerke, die zur Abdeckung des steigenden Stromverbrauchs gebaut werden sollen, sind durch die geplante neue Strommaut gefährdet, weil sie durch die gestiegenen Kohle- und Gaspreise meist gerade noch im wirtschaftlichen Bereich arbeiten. "Jede Verschlechterung kann hier den Ausschlag geben, ob ein Kraftwerk gebaut werden kann oder nicht", erklärte Werner Steinecker, stv. VEÖ-Spartensprecher Erzeugung und Vorstandsmitglied der Energie AG Oberösterreich.

Massive Wettbewerbsverzerrung gegenüber Importen

Die zusätzliche Belastung der inländischen Stromerzeugung bedeutet aus Sicht der E-Wirtschaft eine massive Wettbewerbsverzerrung heimischer Erzeuger gegenüber ausländischen Stromimporteuren. Für die Endverbraucher kann sich die geplante Neuregelung als teure Mogelpackung herausstellen. Steinecker: "Die Erzeuger werden nicht auf den Gebührenerhöhungen sitzen bleiben können, sondern müssen sie als Kostenaufwand in ihren Produktionskosten berücksichtigen. Die Strompreise werden also steigen müssen."

Umfassende Neubewertung der Stromversorgung erforderlich

Die E-Wirtschaft betrachtet die Pläne der E-Control als schädlich für den Wirtschaftsstandort Österreich als Ganzes. Im Gegensatz dazu müsse eine umfassende Neubewertung der Bedeutung des Ausbaus der Versorgung aus nachhaltigen inländischen Quellen erfolgen. Drei Themen sollen dabei in den Mittelpunkt gestellt werden:

  • Die österreichische E-Wirtschaft fordert eine Rücknahme des ökologisch schädlichen, investitionsfeindlichen und volkswirtschaftlich falschen Verordnungsentwurfs.
  • Keine neuen Belastungen für Stromerzeuger, die schlussendlich auf eine Erhöhung der Konsumentenpreise hinauslaufen müssen.
  • Maßnahmen zur Förderung des Ausbaus der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien in Österreich sind dringend erforderlich, insbesondere des Ausbaus der Wasserkraft im Sinne der Versorgungssicherheit und des Klimaschutzes.

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs
(VEÖ), Ernst Brandstetter
Mobil: +43 (0) 664 283 1997, E-Mail: presse@veoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVE0001