BZÖ-Huber: Milchpreisdumping in Südtirol auf Kosten heimischer Bauern

"Tiroler Milch ist nicht ‚sieben Schilling’ weniger wert"

Wien (OTS) - "Unsere Bauern müssen offensichtlich für die Auslandsgeschäfte der Tirol Milch die Zeche zahlen", kritisiert BZÖ-Agrarsprecher Abg. Gerhard Huber. Während die südtiroler Milchbauern pro Liter zwischen 42 und 50 Cent erhalten, wird den heimischen Produzenten von Tirol Milch nur 35 Cent gezahlt. Für Huber ist das absolut unverständlich, dass das Milchpreisdumping der Supermärkte auf dem Rücken der Bauern ausgetragen wird.

In Südtirol wird das heimische Qualitätsprodukt von Tirol Milch mit Preisgarantie bis Ende 2009 um 74 Cent verkauft, kritisiert Huber. Die gleichwertigen südtiroler Produkte werden hingegen nicht unter 1,25 Euro pro Liter gehandelt. "Die Tirol Milch verkauft die mindestens gleich guten heimischen Produkte um 50 Cent billiger und unsere Bauern müssen dafür ‚bluten’. Unsere tiroler Milch ist nicht um ‚sieben Schilling’ weniger wert", kritisiert Huber.

Kritik hagelt es von Huber auch gegenüber den althergebrachten Bauernvertretern: "Wo bleibt der Aufschrei der ÖVP anlässlich dieser Ungereimtheiten?" Ähnliche Probleme gebe es ja auch in Kärnten, wo laut Huber auch LHStv. Uwe Scheuch von einer Bankrotterklärung der ÖVP-Agrarpolitik spricht.

Während die Tirol Milch nur noch 35 Cent zahlen will, zahlt der Milchhof Bozen aktuell 44,14 Cent/Liter und wird rückwirkend für das ganze Jahr sogar noch zwischen 2 und 2,5 Cent pro Liter zuzahlen, erklärt Huber. Der BZÖ-Agrarsprecher ortet aber auch eine wichtige Marktlücke für tiroler Milchbauern: "Die südtiroler MILA kann sich durchaus vorstellen, sich auch von unsern Bauern beliefern zu lassen."

Das Management der Tirol Milch muss nun endlich auch mit den Milchbauern bei der Preisbildung zusammenarbeiten, so Huber, "statt sich von den großen Supermarktketten die Preise vorschreiben zu lassen." Er fordert auch: "Nicht Unsummen in die Werbung im Ausland stecken, sondern bei uns daheim endlich einen fairen Milchpreis bezahlen." Huber als Vertreter der Interessen der Bauern kündigt auch für die Zukunft an, "den Preisdumpern auf die Finger schauen und klopfen" zu wollen.

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