Blecha: Staat muss Geld in Hand nehmen, um Forschung stärker zu fördern

GFF-Präsident stellt Positionspapier vor - FTI-Ausgaben jährlich um rund 10 Prozent steigern

Wien (SK) - Der Präsident der Gesellschaft zur Förderung der Forschung (GFF), Karl Blecha, präsentierte heute, Dienstag, ein Positionspapier mit dem Titel "Forschung und Innovation - Basis für ein Regierungsprogramm?". Klar sei, dass der "Staat Geld in die Hand nehmen muss", um Forschung, Technologie und Innovation (FTI) stärker zu fördern. FTI "müssen gut dotiert und prominent im Regierungsübereinkommen vertreten sein", so Blechas Forderung. Damit Österreich auf dem Wachstumspfad bleibe und sein Drei-Prozent-F&E-Ziel erreiche, müssten die FTI-Ausgaben "jährlich um neun bis zehn Prozent steigen", allein im Jahr 2009 würde das zusätzlich 250 Millionen Euro ausmachen. ****

Österreich brauche rasch eine "starke und energische Regierung", die etwa für eine "noch konsequentere Fortführung der FTI-Politik" sorgen müsse. Denn Forschung, Technologie und Innovation seien die "wichtigste Grundlage für das Wohlstandsgefüge und die einzige Überlebens-Chance eines exportorientierten, kleinen Landes", bekräftigte Blecha. Weiters brauche es zur Sicherung des sozialen Netzes und der Arbeitsplätze eine FTI-Politik, die den Standortvorteil Österreichs kräftigt. Gesteigert werden müssten zudem die Ausgaben auf dem Hochschulsektor: Und zwar bis 2020 von 1,4 Prozent des BIP auf 2 Prozent des BIP. Dies sei nötig, "um dringenden Investitionsbedarf der Universitäten zu decken", ergänzte Blecha im Pressegespräch. Im Bereich der angewandten Forschung plädierte Blecha für eine "Verdoppelung des derzeitigen Forschungsanteils".

Zwtl. Forschungszuständigkeit auf maximal zwei Ministerien begrenzen

Um den derzeit bestehenden "Kompetenz-Dschungel zu roden" müsste die "Forschungszuständigkeit auf maximal zwei Ministerien begrenzt werden", so Blecha zu einer weiteren Forderung aus dem Positionspapier. Zudem müssten geeignete Forschungs- und Förderungsressourcen für das Infrastrukturministerium ausgebaut werden. Und es gelte, "weiter Plattformen und Netzwerke zur partizipativen Gestaltung von Transformationsprozessen zu etablieren", so Blecha. Als weiteren Punkt, der unerlässlich sei, um den Standort Österreich attraktiver zu machen, nannte Blecha die Einsetzung eines Forschungs- und Headquarter-Programms in Österreich. Programme zur Förderung der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft sollten weiter gestärkt und ausgebaut werden, so Blecha mit Verweis auf bereits bestehende Projekte wie "COMET".

Daneben sei weiters ein neues FTI-politisches Instrument "Innovationsfördernde öffentliche Beschaffung" zu implementieren und auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (insbesondere das Austria Institute of Technology) seien als "nationale Speerspitze der Forschung und Technologie auszubauen". Die rund 2.000 Expertinnen und Experten der "Forschung Austria" sollten weiters stärker in die Erarbeitung von Problemlösungen für kleine und mittlere Unternehmen eingebunden werden, so Blecha, der sich abschließend für einen Ausbau der Innovations-Schecks für KMU aussprach. (Schluss) mb

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