BEITRAGSPLUS HÄLT MIT STEIGENDEN AUSGABEN NICHT SCHRITT

Hauptverband rechnet mit Jahresabgang von 238 Mio. Euro - Wertbewusster Umgang mit medizinischer Leistung gefordert

Wien (OTS) - "Österreichs Gesundheitssystem ist nach wie vor ein Vorzeigemodell: Solidarisch, modern und allgemein zugänglich": So positiv Hauptverbands-Vorsitzender Dr. Erich Laminger die Grundlagen sieht, so besorgt verfolgt er die fortgesetzte Auseinanderentwicklung von Einnahmen und Ausgaben im Gesundheitswesen insbesondere im Bereich des
Medikamentenaufwandes.
Bei einem Gesamtbudget von 13,8 Milliarden Euro rechnen im heurigen Jahr alle 19 Krankenkassen per 15. November 2008 mit einem voraussichtlichen Gebarungsabgang von minus 238 Millionen Euro. Gegenüber der Gebarungsvorschau vom 15. August 2008 hat sich damit der prognostizierte Gebarungsabgang aller Krankenkassen um 48 Millionen Euro verbessert. Ausschlaggebend dafür war das mit der bislang hervorragenden Beschäftigungslage zusammenhängende Plus bei den Beitragseinnahmen. Lag das Beitragsplus aller Krankenkassen im Jahr 2007 bei 4,3 Prozent, rechnen die Kassen bis Jahresende sogar mit einem Beitragsplus von 5,5 Prozent. Laminger:"Die auf Grund der guten Konjunktur erfreuliche Beschäftigung hat somit zu einer besseren Entwicklung der Beitragseinnahmen geführt. Aufgrund der aktuellen weltweiten Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Konjunktur in Österreich, muss aber schon im kommenden Jahr damit gerechnet werden, dass dieses Beitragseinnamenniveau nicht zu halten sein wird."
Insbesondere bei den Ausgaben für Medikamente geht der Trend zur ungebremsten Mengen- und Kostenexplosion im heurigen Jahr weiter. Bis Jahresende rechnen die 19 Krankenkassen in diesem Bereich mit einem Anstieg von rund 8 Prozent. Laminger mahnt ein hohes Augenmerk auf diese Zahlen ein: "Es soll eine hohe Qualität unserer medizini-schen Versorgung für alle Versicherten aufrecht bleiben, das ist die Grundlage unseres solidarischen Versicherungssystems. Dazu fehlt aber allzu oft noch das Bewusstsein dafür, wie viel dieses System, aber auch die einzelne medizinische Leistung und jedes Medikament wirklich Wert ist. Alle in unserem Land sind aufgefordert, mit diesen Leistungen sorgsamst und ohne jegliche Verschwendung umzugehen. Nur mit gemeinsamer Anstrengung aller, also auch der Versicherten selbst, werden wir es schaffen, die gegenwärtige Mengen-und Kostenexplosion in den Griff zu bekommen."
Konkret geht es dabei um Maßnahmen zur Dämpfung der Aufwandssteigerung und keineswegs um Leistungseinschränkungen. Die von der Bundesregierung beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente führt ab 2009 zwar zu einer finanziellen Entlastung von zusammen 280 Millionen Euro. Diese Maßnahme wird aber nicht reichen, bei einigen großen Gebietskrankenkassen den Turn around im kommenden Jahr zu schaffen. Mit Ausnahme der Burgenländischen und Tiroler Gebietskrankenkasse rechnen alle anderen Gebietskrankenkassen heuer mit einem Minus von zusammen rund 231,1 Millionen Euro.
Um für die kommenden Zeiten gerüstet zu sein, bekräftigt Laminger abschließend seinen Appell an Regierung und Parlament, der sozialen Krankenversicherung möglichst bald eine Schuldenentlastung zu gewähren. Dieser Bereich habe wohl das moralische Anrecht auf eine derartige staatliche Unterstützung.
Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird beim Mediziner durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-,Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

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