vida: Ab 2009 erstmals eigener Mindestlohntarif für Au-pairs

Arbeitszeit inklusive Bereitschaft maximal 20 Stunden pro Woche

Wien (vida/ÖGB) - Mit Jahresanfang 2009 tritt erstmals ein bundesweit gültiger und einheitlicher Mindestlohntarif für Au-pairs in Kraft. Das im Wirtschaftsministerium angesiedelte Bundeseinigungsamt hat dem Antrag der Gewerkschaft vida für den Mindestlohntarif zugestimmt. Demnach darf die Arbeitszeit von Au-pairs inklusive Arbeitsbereitschaft maximal 20 Wochenstunden betragen. Neben Wohnung und Verpflegung gebührt dafür ein monatlicher Mindestlohn in Höhe von 357,74 Euro, der Geringfügigkeitsgrenze für 2009.++++

Gemäß dem Hausgehilfen- und Hausangestelltengesetz haben Au-pairs Anspruch auf 15 Monatsentgelte im Jahr. Die Entlohnung richtete sich bislang nach den bundesländerweise unterschiedlichen Mindestlohntarifen für im Haushalt Beschäftigte. "Die Neuregelung bringt nicht nur eine österreichweit einheitliche Regelung, sondern auch beim Großteil der Au-pair-Arbeitsverhältnisse eine geringere Wochenarbeitszeit", sagt Michaela Guglberger, vida-Bundesfachgruppensekretärin für den Bereich soziale Dienste. Geltung hat der neue Mindestlohntarif für Beschäftigungsverhältnisse, die ab 1. Jänner 2009 abgeschlossen werden.

Au-pairs, deren Arbeitsverhältnis die Geringfügigkeitsgrenze nicht überschreitet, sind laut einer Sonderregelung im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz in der gesetzlichen Sozialversicherung nur unfallversichert. Denn die volle freie Station und die Verpflegung sowie die Beiträge, welche die Gastgeberfamilie für den privaten Krankenversicherungsschutz und den Deutschkurs des Au-pairs aufwendet, werden nicht zum Entgelt gerechnet. Wird die Geringfügigkeitsgrenze aufgrund einer höheren Wochenarbeitszeit überschritten, fällt der/die Beschäftigte nicht länger unter die Sonderbestimmungen, die für Au-pairs gelten. Das Beschäftigungsverhältnis ist in diesem Fall voll sozialversicherungspflichtig, die Entlohnung richtet sich nach dem Mindestlohntarif für Au-pairs in der dementsprechenden Höhe.

ÖGB, 18. November 2008 Nr. 671

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