In Europa verschärft sich die Kreditkrise[1]: Coface stuft Großbritannien, Irland und Island ab und setzt Italien und Frankreich auf die negative Watchliste

Paris/Wien (OTS) - Durch die plötzliche Verknappung der
Bankkredite sowie den Zusammenbruch des Anlegervertrauens und die Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität greift die Finanzkrise nun verstärkt auf Europa über. Als Reaktion auf diese Entwicklungen hat Coface die Länderbewertungen für Großbritannien und Irland auf A2 herabgesetzt. Island wurde sogar um zwei Kategorien von A1 auf A3 herabgestuft. Auf die negative Watchliste wurden Italien, Frankreich und Hongkong gesetzt.

Coface warnt bereits seit Jänner 2008 vor einer globalen Kreditkrise. Wie der Coface-Index zeigt, sind die Zahlungsausfälle im Jahresvergleich von Jänner bis September 2008 um 36 % gestiegen. Besonders Industrieländer sind betroffen. Im letzten Quartal stieg das Risiko in Westeuropa nochmals um 18%. Nach Ansicht von Coface muss damit gerechnet werden, dass die Wirtschaftskrise mindestens 18 Monate, wenn nicht sogar zwei Jahre anhalten wird.

Bereits im April 2007 wurden die USA von den Coface-Analysten unter negative Beobachtung gestellt und Anfang 2008 schlussendlich auf A2 abgewertet. "Die westeuropäischen Länder, zu Jahresbeginn noch kaum betroffen, ziehen jetzt nach. In Österreich ist die Lage zwar noch vergleichsweise besser, doch wir haben im dritten Quartal für Westeuropa insgesamt eine Steigerung des Risikos um mehr als 18% registriert. In die im November 2008 abgewerteten sechs Länder gehen immerhin knapp 16% der österreichischen Exporte. Risikomanagement wird damit von Tag zu Tag wichtiger," kommentiert Martina Dobringer, Vorstandsvorsitzende der Coface Austria & Coface Central Europe, die aktuelle Situation. Von den fünf wichtigsten Handelspartnern Österreichs wurden beim Coface Länderrating im Laufe dieses Jahres drei abgewertet. Stabil sind nur Deutschland und die Schweiz.

Großbritannien, Irland und Island

In Großbritannien, Irland und Island ist der Abschwung des Immobiliensektors die Hauptursache für die Krise. Nach den USA und Spanien wurden Großbritannien und Irland nun auf A2 herabgestuft.

  • In Großbritannien hat die Finanz- und Immobilienkrise eine ständig steigende Auswirkung auf das Kaufverhalten der Privathaushalte und die Investitionsfreudigkeit der Unternehmen. Die Zahl der Insolvenzen hat sich deutlich erhöht (+14% in der ersten Hälfte 2008).
  • In Irland hat sich die Immobilienkrise auf die gesamte Wirtschaft ausgebreitet und zu einer Rezession geführt. Die Zahl der Insolvenzen ist im ersten Halbjahr um 75% gestiegen.
  • Zusätzlich zu den Problemen auf dem Immobilienmarkt steht Island vor dem kompletten Zusammenbruch des Banksystems. Aufgrund der Ernsthaftigkeit dieser Krise hat Coface die "A1-negativ" Länderbewertung auf A3 herabgesetzt.

Italien und Frankreich

Sinkendes Vertrauen sowie die Verknappung der Kredite bremsen das Unternehmenswachstum in Italien und Frankreich.

  • Die italienische Wirtschaft musste im zweiten Quartal einen Rückgang verzeichnen. Das Geschäftsrisiko steigt zusätzlich durch knappe Liquidität und höhere Kosten für Kredite und Löhne. Italien (A2) wurde daher auf die negative Watchlist gesetzt.
  • In Folge des Übergreifens der Kreditkrise wurde Frankreich (A1) ebenfalls auf die negative Watchlist gesetzt. Coface verzeichnet einen starken Anstieg an Insolvenzen unter französischen Unternehmen (Ende September 2008: + 75% im Jahresvergleich).

[1] Für Coface bedeutet die Kreditkrise eine deutliche Verschlechterung im Zahlungsverhalten der Unternehmen. Eine Kreditkrise kann auf einzelne Länder, Sektoren oder Regionen beschränkt sein, kann sich aber auch auf die ganze Welt ausweiten. Seit 1973 hat Coface vier globale Kreditkrisen sowie eine erste Ölkrise verzeichnet, die fünfte Krise begann in Jänner 2008.

ANHANG: Tabelle: Länderbewertungen: Negative Veränderungen

Coface Austria & Coface Central Europe

Coface Austria, mit Zentrale in Wien und Niederlassungen in Polen, Ungarn, Litauen, Lettland, Slowakei, Tschechien, Rumänien und Bulgarien ist seit Gründung 1954 heimischer Marktführer bei Kreditversicherungen. Seit 1997 ist Coface Austria Tochter der französischen Coface und damit Teil eines der drei Global Player am Kreditversicherungsmarkt. Die Schwestergesellschaft Coface Central Europe ist seit fast 20 Jahren Marktführer für Wirtschaftsinformationen in 14 zentraleuropäischen Ländern. Ergänzend bietet man in der gesamten Region Inkassoservices an. Coface Central Europe ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Coface (75 Prozent) und des KSV1870 (25 Prozent). Seit 2002 ist Wien innerhalb des Coface Konzerns Headquarter für Zentral- und Osteuropa, die gesamte Region zählt bereits über 700 MitarbeiterInnen.

Coface

Ziel von Coface ist die Vereinfachung des globalen B2B-Geschäfts mittels der 4 Geschäftssparten Kreditversicherung, Wirtschaftsinformation und -bewertung, Inkasso und Factoring. Diese ermöglichen die teilweise oder komplette Auslagerung des Forderungsmanagements sowie die Finanzierung und Versicherung der Forderungen. 7.000 Mitarbeiter/innen in 65 Ländern bieten 130.000 Kund/innen, darunter 45% der 500 größten Unternehmen, weltweit lokales Service an. Coface ist die Tochter der französischen Bank Natixis (Stammkapital 12,9 Mrd. Euro, Ende Juni 2008).

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