6.900 Kinder verletzten sich 2007 auf öffentlichen Spielplätzen

Neue Normen legen Sicherheitsstandards für Spielplatzgeräte fest

Wien (OTS) - Rutschen, Schaukeln, Klettern - für Kinder aller Altersstufen ist das ein großer Spaß. Doch für rund 6.900 unter 15-Jährige endete das Spielvergnügen mit so schweren Verletzungen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Verletzungen reichen von Abschürfungen und Prellungen bis hin zur häufigsten Verletzung, dem Knochenbruch: 61 Prozent der Kinder zogen sich eine Fraktur zu.

Normgerechte Spielplatzgeräte reduzieren Verletzungsrisiko

Spielplätze bieten vielseitige Bewegungsmöglichkeiten, die für die kindliche Entwicklung enorm wichtig sind. Viele Unfälle passieren dabei aufgrund von übermütigem Verhalten. "Kinder sollen in ihrem Bewegungsdrang aber nicht eingeschränkt werden. Vielmehr müssen Spielplätze so gestaltet und ausgestattet sein, dass das Verletzungsrisiko minimiert wird. Damit Verletzungen vermieden oder möglichst gering gehalten werden, sollten Spielplatzbetreiber und Gerätehersteller Sicherheitsnormen einhalten", sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Mit der neu bearbeiteten Normenserie ÖNORM EN 1176 (Spielplatzgeräte und Spielplatzböden) und der ÖNORM EN 1177 (stoßdämpfende Spielplatzböden) legt das österreichische Normungsinstitut sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren für Spielplatzgeräte und -böden fest. Die Anforderungen der Normen entsprechen dem aktuellen technischen Stand und beziehen sich auch auf neu entwickelte Spielgeräte. Immer häufiger findet man auf Spielplätzen so genannte vollständig umschlossene Spielgeräte wie beispielsweise Burgen, in die Kinder über Zugänge hinein, hinauf und wieder hinaus klettern können. "Laut Norm sollen Erwachsene jeden Punkt im Inneren derartiger Spielgeräte erreichen können. Die Einhaltung dieser Regelung ist wichtig, um dem Kind im Ernstfall helfen oder bei Verletzungen rechtzeitig reagieren zu können", weiß Dunzendorfer. Netze aus beweglichen Elementen z.B. Seilen oder Ketten sollen normgerechte Durchgangsöffnungen und Fallhöhen aufweisen, um Sturzverletzungen zu vermeiden. Der Fallraum muss von Hindernissen und Gegenständen frei gehalten werden und je nach Fallhöhe mit bestimmten sturzhemmenden Materialien (z.B. bei einer Höhe zwischen 0,60 und 1,50 Meter mit Gras) angelegt sein.

Individuelle Entwicklung des Kindes berücksichtigen

Erstmals berücksichtigt wurde, dass nicht das Alter eines Kindes dafür entscheidend ist, ob es ein Gerät benutzen darf, sondern die individuelle Fähigkeit und Entwicklung. "Bisher galt bei vielen Geräten die Drei-Jahres-Grenze, d.h. bestimmte Geräte waren nur für Kinder ab drei Jahren zugelassen. Geschicklichkeit, Kraft oder Balance hängen aber von der individuellen Entwicklung eines Kindes ab und können nicht auf das Alter allein festgelegt werden", sagt Dunzendorfer. Eltern müssen neben ihrer generellen Aufsichtspflicht daher am Spielplatz auch darauf achten, ob ihr Kind ein bestimmtes Gerät schon benutzen kann oder besser auf anderen Spielplatzgeräten spielt, die seinen Fähigkeiten eher entsprechen.

Verantwortungsvolle Spielplatzbetreiber halten sich an Normen

Die Haftung von Spielplatzunfällen fällt in den Verantwortungsbereich des Betreibers. Gemeinden, Hotellerie oder Gastgewerbe müssen dafür sorgen, dass die Geräte in einwandfreiem Zustand sind und keine Gefahr für Kinder darstellen. "Die Einhaltung der Sicherheitsnormen für Spielplatzgeräte ist zwar nicht verbindlich, wird aber dringend empfohlen. Die festgelegten Anleitungen für Gestaltung, Wartung und Betrieb von Spielplätzen haben das Ziel Unfälle zu verhindern", schließt Dunzendorfer.

Für weitere Informationen zum Thema steht der Folder "Checkliste Spielplatz" kostenlos unter www.kfv.at zum Download zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
www.kfv.at

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