AK fordert mehr Sicherheit auf Wiener Arbeitswegen

Radverkehrs-Sicherheitsgipfel soll mehr Schutz für RadfahrerInnen bringen

Wien (OTS) - Rund 650.000 Wiener ArbeitnehmerInnen fahren täglich mit dem Auto, Öffi, Rad oder Moped in die Arbeit. Dabei zählen Rad-und MopedfahrerInnen zu den gefährdetsten Verkehrsteilnehmern, weil sie keine Knautschzone haben. Wer mit dem Rad in die Arbeit fährt, hat ein 170-mal höheres Unfallrisiko als ein Öffi-Benutzer. So verunglückten in sechs Jahren (2000 bis 2006) 7.100 Wiener ArbeitnehmerInnen am Arbeitsweg, davon 24 tödlich. Das zeigen erste Ergebnisse einer noch nicht veröffentlichten AK Studie. Beim heutigen Radverkehrs-Sicherheitsgipfels in der Wiener Leopoldstadt fordert die AK mehr Sicherheit auf den Arbeitswegen.

"Rund 13.000 Wiener Arbeitnehmer fahren täglich ausschließlich mit dem Rad in die Arbeit, rund 6.500 steigen vom Rad noch auf ein Öffi um", sagt AK Verkehrsexperte Michael Klug. 47 Prozent sind ausschließlich mit Öffis unterwegs, 43 Prozent mit dem Pkw.

Die AK Studie "Sicherheit der Arbeitswege in Wien" zeigt: Bei den Arbeitswegunfällen sind neben den Pkw-FahrerInnen insbesondere Fahrradrad- und Moped- oder MotorradfahrerInnen am häufigsten in Unfälle verwickelt. Fast jeder zweite aller Arbeitswegunfälle ereilte AutofahrerInnen, gefolgt von Moped- oder MotorradfahrerInnen (22 Prozent) oder FahrradfahrerInnen (17 Prozent). Und: Zwei von drei Verunglückten waren so schwer verletzt, dass sie in den Krankenstand gehen mussten.

Im Radverkehr sind zwei Drittel der Arbeitswegunfälle Alleinunfälle (Stürze). Bei 27 Prozent der Unfälle handelt es sich um Kollisionen mit anderen Fahrzeugen, meist Pkw, mit anderen RadfahrerInnen (vier Prozent) und mit Lkw (zwei Prozent). Das zeigt in der AK Studie eine Auswertung von Rohdaten der Pendlerstatistik der Statisitk Austria und von Daten der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt.

"Ein Großteil der Wege zwischen Wohnung und Arbeit ist kürzer als zehn Kilometer",, sagt Klug. Daher sei das Rad eine sinnvolle Alternative für den Berufsverkehr, so Klug. Der Radverkehr soll gefördert werden. Allerdings müssen Voraussetzungen geschaffen werden, damit der Fahrradverkehr attraktiver und das Unfallrisiko gemindert wird.

Die AK fordert mehr Sicherheit auf den Arbeitswegen. Konkret verlangt die AK:
+ Lückenschluss und weiterer Ausbau im Radwegnetz, vor allem im Westen und Süden Wiens;
+ mehr Sicherheit an Knotenpunkten und bei querenden Verkehrsströmen durch einheitliche Vorrangregeln;
+ die weitere Öffnung von Einbahnen für den Radverkehr, wobei besonders die Fahrtrichtung hervorgehoben werden soll;
+ bewusstseinsbildende Maßnahmen, etwa für den Berufsverkehr, aber auch für SchülerInnen und StudentInnen, damit RadfahrerInnen die notwendige Ausrüstung (Licht) haben oder einen Helm tragen;
+ angepasste Geschwindigkeiten aller VerkehrsteilnehmerInnen im eigenen Interesse, aber auch im Interesse der "schwächsten" VerkehrsteilnehmerInnen.

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