Verleihung der Preise der Stadt Wien 08: von Musik bis Medizin

Klares Bekenntnis von Mailath-Pokorny für öffentliche Unterstützung von Kunst, Kultur und Wissenschaft

Wien (OTS) - Ob die sieben Musen der Antike sämtliche Kategorien der Preise der Stadt Wien abdecken, bleibt ungeklärt: Montag Nachmittag wurden jedenfalls im Rathaus die 12 Preisträgerinnen und Preisträger für die Bereiche Architektur, Bildende Kunst, Literatur, Musik, Publizistik, Volksbildung, Geistes- und Sozialwissenschaften, medizinische Wissenschaften wie auch Natur- und technische Wissenschaften entsprechend gewürdigt. Interessantes Detail: Zum ersten Mal wurden sämtliche Auszeichnungen, die auf Entscheid einer Jury basieren, auf einmal vergeben. Sämtliche Kategorien sind mit je 8.000 Euro dotiert.

In seiner Begrüßung unterstrich Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny die Wichtigkeit öffentlicher Finanzierung, die sich gerade in Zeiten der weltweiten Finanzmarktkrise zeige. Darüber hinaus gelte es die vier Wiener "Ts" - Toleranz, Technologie, Talent und Tradition - glaubhaft und konsequent zu fördern. Auch Manfred Wagner, Kulturwissenschaftler und seit 1974 Ordinarius für Kultur-und Geistesgeschichte an der Universität für angewandte Kunst Wien, hob in seiner Laudatio die hinter der jeweiligen Auszeichnung stehende individuelle Leistung hervor. Wien engagiere sich konsequent bei der qualitätsvollen Popularisierung von Wissen, insbesondere die Einrichtung der "Wiener Vorlesungen", wie auch Wiens Engagement für den Nachwuchs wurden von ihm hervorgehoben.****

Überblick über die Preisträger 2008

Im Bereich Architektur wurde Heidulf Gerngross ausgezeichnet. Heidulf, Jahrgang 1939, studierte u.a. in Wien, Graz und Tokyo. 1976 gründete der das Büro Gerngross-Richter, zu seinen bauten zählen u.a. die Friedrich Kiesler Schule in Wien.

In der Kategorie Bildende Kunst wurde die Künstlergruppe Gelitin, dahinter verbergen sich die Künstler Wolfgang Gantner, Ali Janka, Florian Reiter und Tobias Urban, ausgezeichnet. Detto auch die Künstlerinnen Maria Hahnenkamp und Ursula Hübner, wie auch Dominik Steiger.

Peter Waterhouse wurde der Preis der Stadt Wien im Bereich "Literatur" zugesprochen. Zu den wichtigsten Werken des 1965 geborenen Autors zählen u.a. "Die Geheimnislosigkeit. Ein Spazier-und Lesebuch (1996), wie auch "Proseperos Land" (2001) und "Krieg und Welt" (2006).

Für den Bereich "Musik" wurde Bernhard Lang vor den Vorhang gebeten. Lang, 1957 in Linz geboren, ist seit 2003 Professor für Komposition an der Kunstuni Graz. Im Mozartjahr vor zwei Jahren steuerte er das Musiktheater "I hate Mozart" bei. In der Saison 2008/09 ist Lang Capell-Compositeur der Staatskapelle Dresden.

In der Kategorie "Publizistik" wurde der Leiter der Wochenend-Beilage "Spectrum" der Tageszeitung "Die Presse" ausgezeichnet. Der studierte Germanist begann im Jahr 1984 für besagte Wiener Tageszeitung zu arbeiten, 1989 übernahm der die Leitung des "Spectrum".

Robert Streibel, Historiker und Direktor der Volkshochschule Hietzing, ist der diesjährige Preisträger im Bereich der "Volksbildung". Streibel, 1959 in Krems a.d. Donau geboren, beschäftigt sich vor allem mit zeitgeschichtlichen Fragestellungen. Mit seiner Erforschung jüdischer Schicksale in Krems während der NS-Zeit eröffnete er seinerzeit den Forschungsblick auf die Provinz. Weiterer Forschungsgegenstand ist das Schicksal von Österreichern in der ehemaligen UdSSR.

Für "Geistes- und Sozialwissenschaften" wurde die Leistung der Juristin und Soziologin Helga Nowotny ausgezeichnet. Nowotny ist Gründungsdirektorin des Europäischen Zentrums Wien gewesen. Seit 1995 lehrt sie Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftsforschung an der ETH Zürich.

Für den Bereich Medizin wurde das Werk von Paul Alexander Kyrle geehrt. Kyrle ist seit 1981 am Wiener AKH in der Klinik für Innere Medizin beschäftigt. Er ist Experte für die Bereiche der Hämto-Onkologie, Blutgerinnung und Angiologie. Ebenso ist er als Fachmann für blutverdünnende Therapien anerkannt.

Michael Wagner, der den Preis für das Fach "Natur- und technische Wissenschaften" erhielt, ist Mikrobiologe. Zusammen mit seinem Team erforscht er am Biozentrum Althanstraße der Uni Wien bislang unbekannte Mikroorganismen und deren Bedeutung für Umwelt und Medizin. Wagner ist auch Leiter des Departments für Mikrobielle Ökologie an der Uni Wien. (Schluss) hch

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