ÖAMTC: EU-Verordnung zur Kfz-Typengenehmigung trägt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei

Club fordert früheres In-Kraft-Treten und ergänzende Sicherheitsmaßnahmen für Kfz

Wien (OTS) - Morgen, Freitag, 14. November 2008, stimmt das EU-Parlament im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz über die Verordnung zur Typengenehmigung von Kraftfahrzeugen ab. Die Verordnung sieht einerseits die verpflichtende Ausrüstung von Neufahrzeugen mit Sicherheitssystemen wie ESP, einem Bremsassistenten für Pkw oder einem Notbremssystem für Nutzfahrzeuge vor. Andererseits regelt die Verordnung neue Reifenstandards, die zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Schadstoffreduktion beitragen. "Bei der aktiven und passiven Sicherheit von Neufahrzeugen besteht dringender Handlungsbedarf auf europäischer Ebene", begrüßt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang den Verordnungsvorschlag und regt an, die Termine für das In-Kraft-Treten vorzuverlegen. Im Sinne der Verkehrssicherheit fordert Lang außerdem weitere Ergänzungen zum aktuellen Verordnungsvorschlag, wie zum Beispiel Tagfahrleuchten mit Sensorsteuerung, Gurtwarner an allen Sitzplätzen und ein Brandschutz-Sicherheitspaket für Lkw und Busse, später auch für Pkw.

"Die verpflichtende Ausstattung neuer Pkw- und Nutzfahrzeugmodelle mit einem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP oder ESC) sollte bereits ab 2012 vorgeschrieben sein", fordert der ÖAMTC-Techniker ein um zwei Jahre früheres In-Kraft-Treten als in der Verordnung vorgesehen (2014). Ein Anreiz für Hersteller, ihre Fahrzeuge schon vorher mit ESP auszustatten, könnte auch ein neues Bewertungssystem der Euro NCAP-Crashtests bringen. Ab Februar 2009 müssen nämlich alle Fahrzeuge für die Höchstbewertung von fünf Sternen auch ESP haben. Der Erhöhung der Verkehrssicherheit dient außerdem ein Bremsassistent (für Pkw ab 2009 vorgeschrieben). Ein vorausschauendes Notbremssystem für schwere Nutzfahrzeuge sowie einen Spurhalteassistent für Nutzfahrzeuge und Pkw fordert der ÖAMTC bereits ab 2011 (laut Verordnung ab 2013).

Neue Reifen-Standards zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Reduktion von Schadstoffemissionen

Die verpflichtende Ausrüstung aller Pkw mit Reifendruck-Überwachungssystem fordert der Club ab 2010 (laut Verordnung 2012). "Reifendruck-Überwachungssysteme tragen zur Reduktion des Kraftstoff-Verbrauchs bei und erhöhen die Fahrsicherheit", sagt der ÖAMTC-Experte. Außerdem vorgesehen sind rollwiderstandsarme Reifen zur Reduktion der CO2-Emissionen, eine bessere Nasshaftung bei Pkw-Reifen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und geringere Rollgeräusche aus Lärmschutzgründen. "Allerdings darf vor allem eine Verringerung des Rollwiderstandes nicht auf Kosten der Sicherheit gehen", mahnt der ÖAMTC-Cheftechniker.

Weitere ÖAMTC-Forderungen für die verpflichtende Ausrüstung von Neuwagen

* Tagfahrleuchten mit Sensorsteuerung: Ab 7.2.2011 müssen alle Neufahrzeuge mit Tagfahrleuchten ausgestattet sein. Der ÖAMTC schlägt den verpflichtenden Einbau von Sensoren vor, die bei Dämmerung, Dunkelheit oder Sichtbeeinträchtigung automatisch das Abblendlicht einschalten.

* Im Sinne einer verbesserten Insassensicherung sollten alle Sitzplätze mit optisch und akustisch wirksamen "Gurt-Warnern" ausgestattet werden.

* Außerdem fordert der Club Brandschutz-Sicherheitspakete für Lkw und Busse, später auch für Pkw. "Was im Motorsport gang und gäbe ist, nämlich automatische Löschanlagen im Motorraum, sollte auch für die Sicherheit aller Autofahrer sebstverständlich sein", sagt Lang. Außerdem fordert der ÖAMTC-Techniker einen verpflichtenden Einbau von Einrichtungen, die bei einem Unfall automatisch die Strom- und Kraftstoffzufuhr unterbrechen und dadurch die Gefahr eines Brandes minimieren. Die gleiche Wirkung haben eingebaute Hitzesensoren für sensible Bereiche wie Motor, Reifen oder Bremsen.

Initiativen für EU-Verordnungen zur Festlegung der technischen Sicherheitsausstattung sind geeignet, europäischen Konsumenten künftig Kraftfahrzeuge mit optimalen Sicherheitssystemen anzubieten. "Wenn der aktuelle Vorschlag - vielleicht auch mit den genannten Ergänzungsvorschlägen - im Ausschuss angenommen wird, dann könnte bereits am 2. Dezember im EU-Parlamentsplenum über die Verordnung abgestimmt werden. Damit wären die europäischen Straßenverkehrsteilnehmer schon bald sicherer unterwegs", hofft der ÖAMTC-Cheftechniker auf eine möglichst rasche Umsetzung.

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