Gesundheitsförderung fürs Herz

Fachleute präsentieren Strategien zur Förderung der Herz-Kreislaufgesundheit

Wien (OTS) - Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems sind nicht nur Ursachen für eine lebenslange Beeinträchtigung der Betroffenen, sondern für 44% aller Sterbefälle in Österreich verantwortlich und damit Todesursache Nummer 1. Krankenhausaufenthalte als Folge von Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfällen nehmen mit 8 Millionen Spitalstagen auch in der Spitalsstatistik die erste Stelle ein. Neben dem damit verbundenen Leid für die Menschen ist das auch eine enorme Belastung für das Gesundheitssystem: Jeden einzelnen Österreicher kosten die Herz-Kreislauf-Erkrankungen jährlich 200,- Euro.

Wissen allein ist zu wenig

Der beste Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen ist ein gesunder Lebensstil, das heißt ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung, Stress vermeiden sowie eine Reduktion des Alkohol- und Nikotinkonsums. "Mit diesen einfachen Verhaltensregeln wären, medizinisch gesehen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den meisten Fällen relativ einfach vermeidbar. Wie wir alle mehr oder weniger aus unserem eigenen Leben wissen und uns die epidemiologischen Daten bestätigen, reicht es aber nicht aus, diese bloß zu hören, es geht darum, die Menschen in ihrem persönlichen Alltag so zu unterstützen, dass sie dieses Wissen auch in die Tat umsetzen können" betont die Gesundheitsministerin und Präsidentin des Fonds Gesundes Österreich Dr. Andrea Kdolsky.

Erfolgreiche Strategien knüpfen an Lebenswelten an und beziehen soziale Gruppen mit ein

Fachleute aus dem In- und Ausland präsentieren erfolgreiche Strategien auf der 10. Präventionstagung des Fonds Gesundes Österreich mit dem Titel "Gemeinsam gesund. Gesundheitsförderung fürs Herz.", die heute und morgen in Wien stattfindet.

Mit dem Setting-Ansatz, der Kernstrategie der Gesundheitsförderung, werden Menschen in ihren Lebenswelten erreicht, z.B. am Arbeitsplatz, in der Schule oder im Wohnumfeld (Nachbarschaft). "Die Menschen werden dabei in enger Verbindung mit ihrer Community gesehen, also den sozialen Gruppen, an denen sie sich orientieren" unterstreicht Mag. Christoph Hörhan, Leiter des Fonds Gesundes Österreich. "Gemeinsam mit anderen fällt es leichter, eingefleischte Verhaltensmuster abzulegen und diese Änderungen auf Dauer beizubehalten."

Um z.B. gesundes Ernährungsverhalten nachhaltig im Familienleben zu verankern müssen gemeinsame Mahlzeiten wieder als Rituale etabliert werden. Dabei sind auch unterschiedliche kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen. Wo zu Hause nach türkischen Rezepten gekocht wird, sollten diese auch Ausgangspunkt für die Entwicklung eines gesunden Ernährungsverhaltens in den Familien sein. Das ermöglicht es auch, an den Ressourcen der Zielgruppe, dem gemeinsamen Essen in der Familie, der Kochtradition etc. anzuknüpfen.

Ebenso braucht es erfolgreiche Strategien um das gewünschte Verhalten auch bei den Kindern durchzusetzen. Ernährungsfragen sind schnell Erziehungsfragen. Wo es gelingt, dass gesundheitsförderliche Verhaltensweisen und Erziehungsstile von einer Gruppe oder Community gemeinsam entwickelt und getragen werden, gibt es gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Verankerung.

Insbesonders Jugendlichen ist wichtig, dass sie das gewünschte Verhalten in ihrer Bezugsgruppe entwickeln und dabei Kompetenz und Selbständigkeit zeigen können. Aber auch bei Erwachsenen, insbesondere bei Menschen mit geringer formaler Bildung, ist es wichtig, dass der Lernprozess unmittelbar an ihrem Lebensalltag und ihren Erfahrungen anknüpft.

Soziale Benachteiligung ist ein Risikofaktor

Wissenschaftlich gut belegt ist die Tatsache, dass mehrfach belastete Zielgruppen, also Menschen im unteren Einkommenssegment oder mit geringen Berufschancen aufgrund schlechter Ausbildung, besonders von Herz-Kreislauferkrankungen betroffen sind. Schlechtere Wohn- und Arbeitsbedingungen, Armut, soziale Isolation und größere körperliche und seelische Überlastungen (z.B. als Alleinerziehende), schlagen sich in einem riskanteren Gesundheitsverhalten nieder. In betroffenen Familien hat sich oft bereits bei Kindern und Jugendlichen ein riskantes Gesundheitsverhalten etabliert, wie der steigende Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder zeigt.

"Um besonders wichtige Zielgruppen wie Jugendliche und sozial Benachteiligte für einen gesunden Lebensstil zu begeistern, muss man positive Emotionen wecken. Über die Vermittlung von Spaß und Freude ist eine nachhaltige Lebensstiländerung am ehesten erreichbar", weiß Mag. Christoph Hörhan. Mit der aktuellen Kampagne "Mein Herz und ich. Gemeinsam gesund." geht der Fonds Gesundes Österreich derzeit diesen Weg, damit in der Folge vertiefende, settingorientierte Maßnahmen auf offene Ohren stoßen. "Eine spezielle Förderschiene wird auch kleinen Gemeinden die Beteiligung erleichtern" so Hörhan.

"Im September 2007 habe ich in Wien die Europäische Herzcharta unterzeichnet. Darin ist festgehalten, dass Risikofaktoren und Determinanten für Herz-Kreislauf-erkrankungen sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene berücksichtigt werden sollen, gleichzeitig soll die Politik gesundheitsförderndes Verhalten unterstützen." betonte Dr. Andrea Kdolsky "Von der heutigen Tagung werden wichtige Impulse zur konkreten Umsetzung ausgehen."

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Markus Mikl, Leiter Kommunikation
Gesundheit Österreich GmbH
Geschäftsbereich Fonds Gesundes Österreich
Tel.: 01-895 04 00-16
E-Mail: markus.mikl@fgoe.org
Homepage: www.fgoe.org

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FOG0001