Neues Volksblatt: "Relationen" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 13. November 2008

Linz (OTS) - Geschichtsbetrachtung ist manchmal versucht,
Ereignisse und Personen von "damals" aus heutiger Sicht zu beurteilen. Dieser Fehler wird gern im Zusammenhang mit der jüngeren Zeitgeschichte gemacht. Etwa, wenn es um die Ereignisse des Jahres 1918 und der folgenden geht und das historische Faktum zur Sprache kommt, dass damals viele nicht an die Lebensfähigkeit dieser neuen Republik Österreich geglaubt haben. Unter dem Eindruck des Untergangs der Monarchie, der katastrophalen menschlichen sowie wirtschaftlichen Folgen des Ersten Weltkriegs. Wer kann es unseren Vorfahren verdenken, dass sie für dieses Österreich wenig Zukunft sahen? Ein Pessimismus, der durch Massenarbeitslosigkeit und Bürgerkrieg noch genährt wurde und letztlich auch in das Anschluss-Drama des Jahres 1938 mündete.
Diese Fakten der Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sollte man sich aus Anlass von Gedenktagen ins Bewusstsein rufen. Nicht zuletzt, um den Blick für die Relationen zu schärfen: Natürlich bedürfen die Probleme im Österreich von heute der Lösungen, aber was sind sie im Vergleich zu jenen des Österreich im Jahr 1918?

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