AK Wien Vollversammlung (8): Einkommenschere zwischen Frauen und Männern schließen

Wien (OTS) - Laut Lohnssteuerstatistik verdienen unselbstständig beschäftigte Frauen noch immer um 40 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Das hat auf der einen Seite mit der hohen Teilzeitquote bei Frauen zu tun, der mit ausreichendem und berufskompatiblem Kinderbetreuungsangebot sowie einer gerechteren Aufteilung der Kinderbetreuung zwischen Müttern und Vätern zu begegnen ist. Aber selbst wenn Frauen das ganze Jahre Vollzeit beschäftigt sind, ist ihr Einkommen um 22 Prozent geringer als das der Männer. Trotz der Tatsache, dass junge Frauen in der Ausbildung junge Männer bereits überholt haben, ist es nicht gelungen, die Einkommensschere zu schließen. Die Faktoren dafür sind vielfältig:
Traditionelle Berufswahl, niedrige Anzahl von Frauen in Führungspositionen sowie nicht ausreichende Rahmenbedingungen für eine gelingende Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben einen entscheidenden Anteil am Entstehen von Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern. Die Vollversammlung der AK Wien fordert eine abgestimmte Politik zur Verminderung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern insbesondere in den Bereichen:

Ausbildungs- und Berufswahl von Mädchen und Buben
Bereits mit der Ausbildungs- und Berufswahl wird der Grundstein für die künftige Einkommensperspektive gelegt. Dabei liegt in den traditionell von Mädchen gewählten Lehrberufen das Einkommensniveau deutlich unter jenem in technisch-handwerklichen Berufen. Frauen sind auch überproportional stark in den niedrig entlohnten Branchen beschäftigt.

Aufteilung der Kinderbetreuungspflichten zwischen Müttern und Vätern
Besonders massiv wirkt sich die Geburt eines Kindes auf den weiteren beruflichen Verlauf von Frauen aus. Dies ist auf die noch immer großteils von Frauen wahrgenommenen Betreuungspflichten und das Fehlen einer partnerschaftlichen Aufteilung von Kinderbetreuungsaufgaben zurückzuführen. Längere Berufsunterbrechungen von Frauen und Wiedereinstieg mit reduzierter Arbeitszeit haben ein starkes Ansteigen der Einkommensschere zwischen den Geschlechtern zur Folge.

Frauenanteil in Führungspositionen
Geringere Karrierechancen sind ein weiterer Faktor für die niedrigeren Einkommen der Frauen. Aufgrund des geringen Anteils von Frauen in Führungspositionen sind sie auch weniger in die Entscheidungsstrukturen eingebunden, was eine strukturelle Benachteiligung von Frauen zur Folge hat.

Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf Fehlende Kinderbetreuungsplätze sowie unflexible Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen schränken die Gestaltungsspielräume von Frauen am Arbeitsmarkt massiv ein, was zur Folge hat, dass auch innerhalb der vollzeitbeschäftigten Frauen die Einkommen von Müttern im Vergleich zu Frauen ohne Kinder deutlich zurückbleiben.

Gehaltsfindung
Entscheidungsfindungen über Gehälter sind für die betroffenen Personen oft nicht nachvollziehbar. Das erschwert es auch allgemein bei der Bewerbung um eine offene Stelle die passende Gehaltsforderung zu treffen. Vielen fehlen oft die Kenntnisse darüber, welche Gehaltshöhe angemessen wäre. Ein höheres Ausmaß an Transparenz kann somit zu einer gerechteren Entlohnung beitragen.

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Thomas Angerer
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