AK Wien Vollversammlung (6): Arbeitsmarktchancen verbessern - Ausbildungsoffensive starten

Wien (OTS) - In der letzten Zeit wurde ein tiefgreifendes Strukturproblem auf dem Arbeitsmarkt sichtbar, das auch beim beginnenden Wirtschaftsabschwung den Arbeitsmarkt prägen wird: die zunehmende kluft zwischen der Qualifkation von Arbeit Suchenden und der Nachfrage der Betriebe nach Fachkräften. Um beruflich am Ball zu bleiben, um seine Persönlichkeit entfalten zu können, um berufliches Fortkommen zu sichern, manches Mal sogar um den Arbeitsplatz mit gleicher Qualifikation erhalten zu können, braucht es Zugang zu Weiterbildung für alle ArbeitnehmerInnen. Trotz der Zusagen des Finanzministers, dem Arbeitsmarktservice (AMS) die von den Sozialpartnern verlangten 100 Mio Euro für die Ausbildung von zusätzlichen 10.000 Facharbeitskräften bis 2010 zu Verfügung zu stellen, hat das AMS zur Zeit nicht genügend budgetären Spielraum zur Fortsetzung der begonnenen Fachkräfte-Ausbildungsprogramme im Jahr 2009 und 2010. Obwohl in der Arbeitsmarktreserve rund 30 Mio Euro sofort zur Verfügung stünden und der Finanzminister dem AMS den durch den Entfall bzw die Absenkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrages verursachten Einnahmeentgang in der Höhe von rund 150 Mio Euro ersetzen müsste. Es sind vor allem aber auch die Betriebe, die in ihre Fachkräfte investieren und ihnen den Zugang zu betrieblicher Weiterbildung ermöglichen müssen.

Die Vollversammlung der AK Wien fordert von der nächsten Bundesregierung:
+ Ein Recht der ArbeitnehmerInnen auf 35 Stunden Weiterbildung pro Jahr in der bezahlten Arbeitszeit einzuführen. Für Beschäftigte von Klein- und Mittelbetrieben durch die verstärkte Errichtung und Unterstützung von Qualifizierungsverbünden die Möglichkeit zu schaffen, an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Klein- und Mittelbetriebe sollen ein maßgeschneidertes Zeitmanagement erhalten. Schichtarbeit und Kinderbetreuung müssen berücksichtigt werden, die regionale Erreichbarkeit gesichert sein.
+ Bereitstellung der für die Ausbildung zusätzlicher Facharbeitskräfte notwendigen finanziellen Mittel in der Höhe von mindestens Euro 150 Mio für das AMS und
+ die für eine gute Berufs- und Bildungsberatung notwendigen zusätzlichen Personalressourcen im Ausmaß von 200 zusätzlichen Planstellen im Jahr 2009 zur Verfügung zu stellen.
+ Die Übergangsfristen zum Schutze des österreichischen Arbeitsmarktes bis 2011 (bzw hinsichtlich Rumänien und Bulgarien bis 2013) müssen verlängert werden und ein Zugang für Fachkräfte aus den Beitrittsländern weiterhin nur auf der Grundlage einer Arbeitsmarktprüfung in jedem Einzelfall ermöglicht werden.

Vom AMS fordert die Vollversammlung der AK Wien:
+ Die Vorschläge der Sozialpartner zu einer Verstärkung der Fachkräfteausbildung für Arbeit Suchende vollständig umzusetzen und auf diesem Weg bereits im Jahr 2009 10.000 zusätzliche Facharbeitskräfte auszubilden.
+ Projekte und Maßnahmen zu realisieren, die es häufig von Arbeitslosigkeit betroffenen, gering qualifizierten ArbeitnehmerInnen mittelfristig ermöglichen, ihre berufliche Qualifikation deutlich auszubauen und zu erhöhen.

Forts.

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