Molterer: 90 Jahre Republik mahnen uns zu unerschütterlichem Glauben an Heimat, Demokratie und Europa

Vizekanzler bei der Eröffnung der Republiksausstellung im Parlament

Wien (ÖVP-PK) - "Geschichte ist die geistige Form, in der sich
eine Kultur über ihre Vergangenheit Rechenschaft gibt" sagte der niederländische Historiker Joan Hunzinger. Dieses Zitat könnte auch als Motto für diese Ausstellung gelten, in der die 90jährige Geschichte unserer Republik dargestellt werden soll. Das erklärte Vizekanzler Bundesminister Mag. Wilhelm Molterer heute, Mittwoch, bei der Eröffnung der "Republik.Ausstellung 1918/2008" im Parlament. ****

"Keiner der Gründungsväter dieser Republik hätte sich damals, vor 90 Jahren, eine solche Geburtstagsfeier vorstellen können, die das heutige Österreich als starkes und selbstbewusstes Land begeht", fuhr Molterer fort. "Diese Ausstellung zeigt uns eine schonungslose, nüchterne und zukunftsorientierte Bilanz der letzten 90 Jahre und erlaubt uns Schlussfolgerungen":

- Der unerschütterliche Glaube an unsere Heimat Österreich. Dass vor 90 Jahren niemand daran geglaubt hat, war für Molterer mit ein Grund für das Scheitern der Ersten Republik und die darauffolgende Vernichtung Österreichs. "Unser Glaube an Österreich kann vom Selbstbewusstsein geprägt sein, das auf der Fähigkeit Österreichs und seiner Menschen aufbaut."

- Das Ja zur Demokratie und seinen Spielregeln muss unverrückbares Grundprinzip und unverrückbarer Konsens sein und bleiben. Im politischen Gegenüber ist nicht der Gegner zu sehen, sondern der demokratische Mitbewerber zum Wohle des Landes und im Dienst aller Bürgerinnen und Bürger. Das schließt einen unabdingbaren Verzicht auf jegliche Art von Gewalt ein. Gewalt darf nie ein Mittel der Auseinandersetzung sein, Auseinandersetzungen müssen im Parlament geführt werden und nicht auf der Straße.

- Wir brauchen wirtschaftlichen Erfolg, der für die Menschen Arbeit schafft. Denn die Arbeitslosigkeit führte zur Zeit der Ersten Republik letztlich dazu, dass die Menschen kein Vertrauen in die Demokratie hatten. Die soziale Marktwirtschaft schafft als Perspektive jene wirtschaftliche Stärke, die wir zu sozialer Kraft umwandeln können.

- Die europäische Integration und Einigung ist unverzichtbar. Früher hat jedes Land für sich die eigene Lösung gesucht. Das ist gescheitert. In der europäischen Gemeinsamkeit liegt die Stärke. Österreich ist ohne Europa so nicht denkbar und es gibt kein echtes Europa ohne Österreich. Dieses Gemeinsame ist auch ein Erbe. Es ist neben dem Horror und verheerenden Entwicklungen des vergangenen Jahrhunderts die große Chance, die uns als Erbe hinterlassen wurde -sie dürfen wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Die Zukunft unserer Heimat Österreich liegt in einem großen, gemeinsamen, starken Europa.

"Diese Ausstellung - und den Ausstellungsmachern Prof. Karner und Prof. Mikoletzky ist dafür zu danken - ist das Tor für unser Haus der Geschichte, das ein großes und wichtiges Projekt dieser und der nächsten Bundesregierung ist. Die Beschäftigung mit der Geschichte ist eine Chance für uns alle. Diese Republik ist trotz Mühsal den Weg des Erfolgs gegangen. Und auch wir sollten mit Mut statt Missmut, mit Vertrauen statt Misstrauen, mit Kraft und Stärke, mit Werten und mit einem klaren Ja zu Österreich in unserem heutigen Europa den jungen Menschen und Generationen im Land ein gutes Beispiel geben", schloss Molterer.
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