Industrie: Echte Schulreform statt Provinzialismus

IV-Riemer: Zuständigkeiten für Lehrer zu den Ländern verlagern wäre "absolut falscher Weg" - In Summe mehr in Bildung und Innovation investieren

Wien (OTS) - (PdI) "Die Notwendigkeit einer großen und an Qualitätsstandards orientierten echten Schulreform ist von höchster Dringlichkeit, um die Attraktivität sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreichs in einem international schwieriger werdenden Umfeld zu erhalten", betonte der Bereichsleiter für Bildung, Innovation und Forschung der Industriellenvereinigung (IV), Prof. Dr. Gerhard Riemer, heute, Mittwoch, angesichts von Vorhaben der Koalitions-Verhandler im Bereich Verfassungs- und Verwaltungsreform zum Thema "Schule". "Die Industrie warnt vor diesem Hintergrund eindringlich davor, die Zuständigkeiten für Lehrer vom Bund zu den Ländern zu verlagern", betonte Riemer. Dies wäre der absolut falsche Weg und würde zu neuer Bürokratie und abnehmender Flexibilität führen.

Der einzig richtige Schritt sei, alle Lehrer an öffentlichen Schulen als Bedienstete des Bundes einzuordnen. "Nur dieser Weg ermöglicht eine effektive Personalplanung und Steuerung und eine qualitätsorientierte Personalwirtschaft", so Riemer. Auch gehe es darum, in einem europäischen Bildungsraum zu definieren, was auf europäischer Ebene, auf Bundesebene und auf der entscheidenden Ebene der Schulen zu geschehen hat, und nicht teure Zwischenbürokratien auf- und auszubauen. Qualität entstehe in der Schule und nicht in "zwischengeschalteter Bürokratie. Österreichs Bildungswesen braucht europäisches Denken statt zunehmendem Provinzialismus", so Riemer.

In Summe werde mehr in Bildung und Innovation investiert werden müssen. "Mittelfristig muss es gelingen, durch bessere Strukturen auch in der Bildungsbürokratie Mittel für die notwendigen Qualitätsverbesserungen freizumachen. Wir reden hier langfristig über ein Potenzial von ca. 1 Mrd. Euro", so Riemer. Daher appellierte dieser an die zuständigen Koalitions-Verhandler, "nicht nur die notwendigen Mittel für die Zukunft freizumachen, sondern durch strukturelle Verbesserungen auch Voraussetzungen zu schaffen, auf denen die Qualität unserer Schulen weiter verbessert werden kann". Der Verwaltungsreform im Bildungsbereich komme große Bedeutung zu, um wie in anderen Ländern im Rahmen eines möglichst einheitlichen Bildungswesens die Verantwortung des Bundes für die Vorgaben bei den Rahmenbedingungen einerseits, die Qualitätssicherung andererseits aber auch die entsprechende Ressourcensteuerung zu stärken.

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