Frauenministerin Silhavy bei Podiumsdiskussion "Frauen in Führung/an der Spitze - ein reiner Aufputz?"

Aufbrechung traditioneller Rollenklischees ist eine ganzheitlche Strategie

Wien (OTS) - Frauenministerin Heidrun Silhavy wies im Rahmen einer Podiumsdiskussion in der Handelsakademie Friesgasse, Wien 15, unter der Leitung der Chefredakteurin des Standard, Alexandra Föderl-Schmid, zum Thema Frauen in Führungspositionen darauf hin, dass es zur Aufbrechung traditioneller Rollenklischees und Machtstrukturen einer ganzheitlichen Strategie bedarf.

"Bis in die 70er Jahre konnte der Mann in Österreich seiner Frau noch verbieten zu arbeiten. Dieses Ernährerprinzip, dass Frauen zu Zuverdienerinnen degradiert, ist leider noch heute in manchen Köpfe der Bevölkerung verankert, auch wenn es keine rechtliche Grundlage mehr hat. Es müssen die gesellschaftlichen Strukturen geändert werden, damit Frauen ihre Fähigkeiten und Begabungen ausleben können.
Mein Rat an die jungen Frauen von heute und zukünftigen Spitzenkräfte dieses Landes: Lasst euch nicht von Rollenklischees und gesellschaftlichen Vorgaben behindern, nehmt euch vor , Vorbilder zu werden, lasst euch nicht entmutigen, sondern seid ein Signal nach aussen! " betonte die Frauenministerin.

Bereits im Kindesalter müssen Maßnahmen gesetzt werden, wie durch gendersensible Pädagogik, um Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. In der abgelaufenen Legislaturperiode wurdenVerbesserungen im Bereich der Gleichstellung erreicht, etwa die bedarfsorientierte Neugestaltung des Kinderbetreuungsgeldes, Verbesserungen beim Gleichbehandlungsgesetz, Wochengeld für freie Dienstnehmerinnen, Zuschlag für Mehrarbeit bei Teilzeitbeschäftigung und die Förderung von Beratungseinrichtungen für Frauen.

"Sofort umsetzen würde ich die Verankerung von Hilfsinstrumenten wie Quoten und Frauenförderpläne durchsetzen. Sie sind notwendig, um Chancengleichheit zu erreichen und Rahmenbedingen strukturell so zu verändern, dass sie diskriminierungsfrei sind. Viele Nachteile im Leben von Frauen haben die Wurzel in der Einkommensschere. Die Einführung eines Mindestlohns von 1.000 Euro ist daher ein wichtiger Schritt. Wir müssen aber auch Frauen und Mädchen noch viel stärker ermutigen, auch technische Ausbildungen und Berufe zu ergreifen; auch Mentoring ist als Unterstützung zum Durchbrechen der "Gläsernen Decke" auf allen Ebenen zu forcieren. Besonders wichtig sind mir Maßnahmen für die vielen Frauen mit kleinen Einkommen. Solange Frauen sich noch immer überproportional in den unteren Einkommensbereichen befinden, bedarf es zusätzlicher, ausgleichender Maßnahmen und durchaus auch kreativer Lösungen, wie die Koppelung der Vergabe von Wirtschaftsförderungen an Frauenförderung.Hier kommt gerade dem Frauenministerium eine besondere Bedeutung zu, da es durch seine Querschnittskompetenz auch eine Art Kontrollinstanz einnimmt. Ich werde nicht nur in der Funktion als Frauenministerin nicht müde werden und keine Ruhe geben, immer wieder die Forderung zur konsequenten Umsetzung von Gender Mainstreaming und Gender Budgeting zu erheben, damit Frauen in unserer Gesellschaft tatsächliche Chancengleichheit vorfinden", betonte Frauenministerin Silhavy.

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