Chalupka und Landau fordern Staatssekretariat für Integration

"Integration ist eine Querschnittmaterie" - Verpflichtendes, kostenloses letztes Kindergartenjahr für alle Kinder ist ein wichtiger Schritt für erfolgreiche Integration

Wien, 12.11.08 (KAP) Die Forderung nach einem eigenen Staatssekretariat für Integration haben der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau und Diakoniedirektor Pfarrer Michael Chalupka am Mittwoch gemeinsam bekräftigt. In diesem Zusammenhang erinnerten sie an die gemeinsame Erklärung der Religionsgemeinschaften, das eine Harmonisierung von Aufenthalt und Beschäftigung als wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Integration sieht. "Wer legal hier lebt, soll auch legal hier arbeiten dürfen. Gelungene Integration braucht ein Gesamtkonzept", betonte Landau. Das "Recht auf Familie, der Zugang zum Arbeitsmarkt, faire soziale Absicherung, Zugang zur Bildung, vertretbare Wohnverhältnisse, Möglichkeit der Teilnahme zumindest an der Kommunalpolitik" seien Teil dieses Gesamtkonzepts. Landau: "Integration ist eine Querschnittmaterie. Da ist das Thema Sicherheit nur eines von vielen".

Als logische Konsequenz sei die Schaffung eines eigenen Staatssekretariats für Integration in der nächsten Bundesregierung dringend erforderlich. "Österreich braucht ein eigenes Staatssekretariat für Integration, das in seine Entscheidungen alle relevanten Bereiche wie Bildung, Arbeitsmarkt, Soziales und das Flüchtlingswesen mit einbezieht. Das Migrationsthema darf nicht länger nur unter dem Sicherheitsaspekt abgehandelt werden. Migration und Integration sind Querschnittmaterien, die alle Gesellschaftsbereiche berühren", betonte Diakoniedirektor Michael Chalupka.

"Der öffentliche Dienst muss dringend für Migrantinnen und Migranten geöffnet werden. Wenn zum Beispiel Polizistinnen und Polizisten nicht-österreichischer Herkunft auf unseren Straßen patrouillieren, können Vorurteile abgebaut und kann interkulturelles Know-how auch genutzt werden", stellte Chalupka fest. "Österreich braucht einen fairen Umgang mit den Migranten und einen menschenrechtskonformen Umgang mit Schutzsuchenden. Geordnete Zuwanderung ist eine Chance und eine Bereicherung für Österreich und nicht eine Bedrohung", ergänzte Landau.

Caritas und Diakonie bekräftigen, dass von ernsthafter Integration nur dann die Rede sein könne, wenn dies auch rechtliche Gleichstellung, soziale Chancengleichheit und die Wahrung und Förderung kultureller Vielfalt bedeute. Integration müsse heißen, gleichberechtigt am Leben teilhaben zu können. Die Bemühungen müssten dahin gehen, dass Migranten in Zukunft in ihrem Job auch Aufstiegschancen haben und nicht mehr an eine "gläserne Decke" stoßen, die sie nicht durchbrechen könnten.

Landau zeigt sich über die Umsetzung einer langjährigen Forderung von Caritas und Diakonie erfreut: "Das für 2009 in Aussicht stehende verpflichtende, kostenlose letzte Kindergartenjahr für alle Kinder ist ein wichtiger Schritt für erfolgreiche Integration – hier darf es keine weitere Verzögerung geben. Durch den Zugang sowohl für österreichische als auch für Migranten-Kinder werden sprachliche und soziale Förderung vor dem Schuleintritt möglich".

Chalupka ergänzte abschließend: "Integration ist immer ein wechselseitiger Prozess, bei dem alle Beteiligten Schritte aufeinander zugehen müssen. Konkret bedeutet dies Anstrengungen für beide Seiten. Aus der täglichen Arbeit wissen wir, dass Integration möglich ist, und gelungene Integration für alle Beteiligten einen Gewinn darstellt". (ende)
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