Bayr bei Präsentation des Weltbevölkerungsberichts 2008 der UNFPA

"Kultur und Traditionen können Menschenrechtsverletzungen nicht legitimieren"

Wien (SK) - "Kulturspezifische Aspekte müssen bei Programmen der Entwicklungshilfe mitbedacht werden", betonte SPÖ-Entwicklungssprecherin Petra Bayr bei der Präsentation des Weltbevölkerungsberichts 2008 des United Nations Population Fund (UNFPA), zu der auch Brendan F. O'Brien von der UNFPA, Karl Öllinger und Sylvia Fuhrmann geladen waren. In Zeiten der Finanzkrise komme die Frage nach der Prioritätensetzung bezüglich der Vergabe von finanziellen Mittel auf, erklärte Bayr. "Den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern muss verstärkt bewusst gemacht werden, dass es sinnvoll ist weiterhin in der Entwicklungshilfe tätig zu sein", unterstrich die Entwicklungssprecherin. ****

"Kultur und Tradition spielen eine wichtige Rolle, wie das Alltagsleben von Frauen aussieht. Wie sie beispielsweise stigmatisiert werden, wenn sie unfruchtbar sind. Kultur bestimmt auch über reproduktiven Rechte, wie viele Kinder eine Familie bekommen darf und ob die Möglichkeit besteht, sich vor HIV zu schützen. Sie kann aber nicht rechtfertigen, dass Frauen im Zuge der Geburt sterben oder dass sie unter den Folgen von Gentialverstümmelung leiden müssen", führte Bayr aus.

Bayr hat eine österreichweite Plattform gegen FGM (femal gential mutilation) ins Leben gerufen. "Keinesfalls darf die Kultur der Migrantinnen und Migranten als eine überholte angesehen werden. Das kann zu Widerstand führen. Es muss zu einem Dialog zwischen den Kulturen kommen und im besten Fall kann ein Paradigmenwechsel aufgrund von Einsicht eingeleitet werden", führte die Entwicklungssprecherin aus. Die Ergebnisse des Weltbevölkerungsberichts der UNFPA seien für zukünftige Entwicklungshilfeprogramme relevant, schloss Bayr. (Schluss) ue

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