Greenpeace: Schon 2004 alarmierende Studie zu Gentech-Mais von Monsanto

Umweltminister Pröll muss nun Gentechik-Notbremse ziehen

Wien (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace fordert Umweltminister Josef Pröll angesichts der alarmierenden Ergebnisse der gestern vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Fütterungsstudie auf, die Gentechnik-Notbremse auf EU-Ebene zu ziehen. Die Studie belegt, dass Mäuse, die mit dem Gentech-Mais NK603xMON810 des US-Agromultis Monsanto gefüttert wurden, in ihrer Fruchtbarkeit signifikant beeinträchtigt wurden. Durch ein fatales Fehlurteil der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA aus dem Jahr 2005 ist der fragliche Mais in Europa bereits als Lebens-und Futtermittel zugelassen.

Schon im Mai 2004 sorgte die Gentech-Maissorte MON 863, ebenfalls ein Produkt von Monsanto, für Schlagzeilen: Ratten, die mit MON863 gefüttert wurden, zeigten deutliche Veränderungen im Blutbild und wiesen mögliche Organschäden auf. Auch hier ließ die EU-Kommission den Gentech-Mais trotz aller wissenschaftlichen Kontroversen für den europäischen Markt als Lebens- und Futtermittel zu. Grundlage dafür war eine positive wissenschaftliche Bewertung der EFSA. "Angesichts des wiederholten Versagens der EFSA stellt sich nun die Frage, ob die dort Verantwortlichen von möglichen Gesundheitsschäden durch Gentech-Mais wussten und sie in Kauf nahmen, oder ob einfach nur schlampig gearbeitet wurde", sagt Philipp Strohm, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace. "Jedenfalls hat sich die EFSA damit als Behörde für Lebensmittelunsicherheit eindrucksvoll qualifiziert."

Da dies nicht das erste Fehlurteil der EFSA ist, fordert Greenpeace nun Konsequenzen. Mit einem, von Greenpeace ausgearbeiteten Fünf -Punkte - Programm, soll Umweltminister Josef Pröll am 4. Dezember beim EU-Umweltrat die Gentechnik-Notbremse ziehen.

Die Greenpeace-Forderungen im Detail:

1. Ein sofortiger EU-weiter Zulassungsstopp für Gentech-Pflanzen
2. Die Verantwortlichen bei der EFSA müssen umgehend zurücktreten 3. Die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur Klärung der Frage, wie es zu einer Zulassung von NK603xMON863 kommen konnte
4. Der Rückruf und die erneute Überprüfung aller bereits zugelassener Gentech-Pflanzen
5. Eine grundlegende Reform des Gentechnik-Zulassungssystems in der EU sowie der Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA

"Es muss endlich Schluss damit sein, dass sich Europa von Gentech-Konzernen wie Monsanto auf der Nase herumtanzen lässt. Durch seriöse Forschung lässt sich die Gentechnik als unnötige Risikotechnologie entlarven. Österreich hat es mit der gestern veröffentlichten Studie vorgemacht", so Strohm, "Jetzt muss Minister Pröll die Gunst der Stunde nutzen und Allianzen mit anderen gentechnik-kritischen EU- Staaten bilden, um ein umfassendes Forderungspaket umzusetzen."

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