mobilkom austria Kinderstudie 2008: Das Handy - Big Brother oder Statussymbol?

Wien (OTS) - Kinderstudie 2008 von market und mobilkom austria:
Das Handy - vom Big Brother zum Statussymbol und Freizeit-Manager

Handys haben in den Händen der Kids viele Funktionen. Während Eltern den Sicherheits- und Kontrollaspekt eines Mobiltelefons schätzen, sehen Heranwachsende das Handy als Statussymbol, mit dem sich die Freizeit gut gestalten lässt. Die Kids-Studie rund ums Handy von mobilkom austria, die im Rahmen der jährlichen Kinderstudie des Instituts market unter 505 Kindern in Österreich durchgeführt wurde, gibt einen umfassenden Einblick in das Nutzungsverhalten der Kids. Die wichtigsten Ergebnisse zur Handynutzung der 6- bis 14-Jährigen wurden gestern Abend im Rahmen der Veranstaltung ROUNDABOUT KIDS präsentiert.

"Kinder bekommen aus vielerlei Gründen ein Handy", weiß Mag. Elisabeth Mattes, Unternehmenssprecherin mobilkom austria und Initiatorin der seit 2003 laufenden Veranstaltungsreihe ROUNDABOUT KIDS. "Moderne Technologien wie die Mobiltelefonie sind für die heranwachsende Generation eine Selbstverständlichkeit. Kinder werden mit dem Handy groß. 56 % der 6- bis 14-Jährigen besitzen ein eigenes Handy. Unsere Verantwortung gegenüber diesen jungen Handy-Nutzern nehmen wir sehr ernst. Aufklärung - auch wenn es um heikle Themen geht - ist uns dabei besonders wichtig." Mit der Untersuchung des Handy-Nutzungsverhaltens von Kindern wird in Erfahrung gebracht, wie Kids mit dem Handy umgehen, welchen Stellenwert es in ihrem Leben hat, und auch, welche Probleme sich rund um das Handy auftun.

ROUNDABOUT KIDS: Die Diskussionsplattform zu Kinderthemen "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Wie viel Big Brother, Statussymbol und Family-Manager darf ein Handy sein?" - zu diesem Thema lud mobilkom austria gestern Abend anlässlich der Präsentation der Handy-Kinderstudie 2008 eine hochkarätige Runde ins ORF KulturCafe: Mag. Bernhard Heinzlmaier, Geschäftsführer T-Factory Trendagentur, Dr. Andreas Salcher, Autor des Bestsellers "Der talentierte Schüler und seine Feinde" und Mitbegründer der Sir-Karl-Popper-Schule sowie Mag. Elisabeth Mattes, Unternehmenssprecherin mobilkom austria, diskutierten unter der Moderation von Michael Kerbler, Leiter der Ö1-Sendereihe "Im Gespräch", brisante Fragen rund um Handy und Kinder. "Kinder sind gerade deswegen so erfolgreich im Umgang mit den neuen Medien, weil sie das freiwillig und selbstständig lernen, und diese Kompetenz nicht in den Schulen mit veralterter Pädagogik in Form von Schulfächern vermittelt wird", meinte "Schüleranwalt" Andreas Salcher.

55 % der 13- bis 14-Jährigen mit Handy unterwegs, Kosten im Griff Gut ein Drittel der befragten 6- bis 14-Jährigen hat das Handy immer dabei. Weitere 42 % nehmen ihr Mobiltelefon fast immer mit. Im Bundesländervergleich fällt die besondere Erreichbarkeit der Wiener Kinder auf: Jedes zweite 6- bis 14-jährige Kind der Bundeshauptstadt verlässt das Haus nur mit Mobiltelefon. Österreichweit haben unter den 13- bis 14-Jährigen 55 % das Handy immer dabei.
Die Kosten, die ein Handy verursacht, werden zu 84 % von den Eltern getragen. Die Kinder haben ihre Handykosten überwiegend im Griff: 7 von 10 jungen Handybesitzern geben an, noch nie Schwierigkeiten wegen zu hoher Handyrechnungen bekommen zu haben.

Probleme mit dem Handy in der Schule entschärft
Im Vergleich zum Vorjahr wird das Handy nicht mehr so häufig in die Schule mitgenommen. Während 2007 vier von fünf Kindern mit Mobiltelefon in den Unterricht kamen, haben heuer nur noch 65 % das Handy in der Schule dabei. Fast alle schalten das Gerät während der Schule ganz aus oder stellen zumindest auf lautlos. Rund die Hälfte der Kinder berichtet, dass das Handy vom Lehrer weggenommen wird, wenn es im Unterricht läutet, vibriert oder wenn SMS geschrieben werden. Mädchen verstoßen häufiger gegen die Handyregeln als Buben. Mit Sicherheit nicht erlaubt ist das Schummeln mit dem Handy. 37 % der Kinder, die ein Handy besitzen, kennen jemanden, der mit dem Handy geschummelt hat. 18 % geben an, das Handy selbst schon als unerlaubtes Hilfsmittel genutzt zu haben.
Kurzmittelungen sind beliebt: 52 % der befragten Kinder, die ein eigenes Handy besitzen, schicken bis zu fünf SMS pro Tag. 13 % versenden mehr als zehn. 15 % lesen und schreiben SMS auch während des Unterrichts. Deutlich über dem Schnitt liegt Oberösterreich: Hier tippen 38 % unter dem Unterricht in ihr Handy.

Gewalt am Handy - fast die Hälfte der Videos zeigen Bekannte
Wie schon 2007 wurden auch in der aktuellen Kinderstudie die Erfahrungen mit Gewaltvideos erhoben. Im Vergleich zum Vorjahr kamen 2 % mehr Kinder in Berührung mit solchen Videos. 17 % der befragten Kinder wissen um Situationen, wo Schüler von anderen Mitschülern verprügelt und dabei mit dem Handy gefilmt wurden. Ein Gewaltvideo auf das eigene Handy haben 6 % der Kinder bekommen. Jeder Zehnte hat sogar schon selbst solche Szenen beobachtet, ebenso viele haben Gewaltvideos am Handy von Freunden gesehen. Opfer einer Attacke wurden 3 % der Kinder zwischen 6 und 14 Jahren.
Um Fehlverhalten aufzuzeigen, werden auch Lehrer von Schülern gefilmt. 28 % der 13- bis 14-Jährigen wissen von solchen Situationen. Erschreckend ist, dass fast die Hälfte der gezeigten Personen Mitschüler, Bekannte aus anderen Klassen oder Lehrer sind.

Jedes vierte Mädchen bekommt das Handy als Belohnung
Die Mehrheit der befragten Kinder bekommt das Handy geschenkt. Oft erhalten Kinder Mobiltelefone aber auch zur Belohnung für gute Noten:
24 % der Mädchen und 11 % der Buben geben an, dass sie ihr Handy für ihre gute Leistung bekommen haben. 5 % haben ihr derzeitiges Handy vom eigenen Taschengeld bezahlt. 78 % der befragten Kinder erhalten Taschengeld. Der Durchschnitts¬betrag liegt bei 27,80 Euro im Monat und damit um knapp 1,50 Euro höher als 2007. Rechnet man das Taschengeld auf die Anzahl der Bezieher hoch, so haben die 6- bis 14-Jährigen mehr als 220 Mio. Euro im Jahr zur Verfügung.

Das Handy - Big Brother oder Sicherheitstool?
Fragt man Eltern, ab wann Kinder frühestens ein eigenes Handy bekommen sollen, so geben sie im Durchschnitt ein Alter von 10,5 Jahren an. Die jungen Handybesitzer rufen am häufigsten ihre Eltern und Freunde an. Jedes zweite Kind im Volksschulalter gibt an, dass es die Eltern am häufigsten anruft. Unterschiede gibt es bezüglich des Alters - für die älteren Kinder und Jugendlichen ersetzen die Freunde die Eltern als wichtigste Gesprächspartner. Der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier beschrieb in der kontroversiellen Diskussion beim ROUNDABOUT KIDS die starke Ökonomisierung der Jugendkultur: "Um heute dabei zu sein, braucht man meist Geld. Wichtig ist aber die Qualität von Beziehungen. Moderne Kommunikationstools fördern häufig funktionale Beziehungen, die auf einen bestimmten Nutzen ausgerichtet sind. Starke Freundschaften werden dabei nicht selten unterlaufen."

Druckfähige Fotos vom ROUNDABOUT KIDS finden Sie im mobilkom austria Medienarchiv unter: www.mobilkomaustria.com/medienarchiv.

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