Neues Volksblatt: "Crashkurs" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 12. November 2008

Linz (OTS) - Die ÖVP hat dieser Tage einen Vorgeschmack darauf bekommen, was sie in einer von Werner Faymann geführten Koalition erwartet. Zur Verkündung der guten Botschaften fühlt sich ausschließlich der SPÖ-Chef berufen, die ÖVP hingegen muss schauen, wo sie bleibt.
Das Beispiel Postämter-Schließung steht exemplarisch dafür, dass Faymann tatsächlich jener opportunistische Populist ist, als der er sich bis an die SPÖ-Spitze hochgearbeitet hat.
Also: Dass Faymanns Pressesprecherin mit jenem Krone-Journalisten liiert ist, der die angeblichen Schließungspläne der Post "aufdeckte", mag Zufall sein. Die Realpolitik lässt anderes vermuten:
Faymann lancierte die "Bombe", um sich dann, nach kräftig geschürter Empörung, als Retter der Postämter feiern zu lassen. Zuerst schiebt er die Verantwortung in Richtung ÖVP, wenn es um die Anti-Schließungsverordnung samt stammtischtauglicher Drohgebärden Richtung Postmanagement geht, hat er aber plötzlich das Zepter in der Hand. Für die ÖVP jedenfalls war das ein Crashkurs in Sachen: "Wie schlecht kann mich mein Partner aussehen lassen". Positive Vorzeichen für eine gelingende Zusammenarbeit sehen anders aus.

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