"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Faymanns Scheinlösung" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 12.11.2008

Wien (OTS) - Post, Telekom, AUA: Unsere Staatsbetriebe sind wieder einmal pleite, oder sie tun jedenfalls so. Die Post beispielsweise schwimmt in Geld, aber sie fühlt sich dem freien Wettbewerb nicht gewachsen.
In dieser Situation nach dem Staat zu rufen, ist die falschest mögliche Reaktion. Das Hineinregieren von Politikern hat noch nie ein Unternehmen gerettet.
Das beste Beispiel dafür ist Noch-Infrastrukturminister und Demnächst-Bundeskanzler Werner Faymann. Der hat gestern die Post dazu vergattert, im ersten Halbjahr 2009 keine einzige Filiale zuzusperren. Die Post wird das wenig kratzen: Sie will zwar tausend Postämter schließen - aber erst bis 2015!

So brüsten sich Politiker mit Scheinerfolgen, ohne dass sich am eigentlichen Problem auch nur das geringste ändert. Im Gegenteil: Am Ende sind Arbeitsplätze und Geld gleichermaßen verloren.
Die Politik ist nicht schuld daran, wenn Staatsbetriebe schlecht dastehen. Sie ist aber sehr wohl schuld, dass dort von der Verstaatlichten-Holding ÖIAG abwärts die falschen Manager am Werk sind. Sie agieren allzu oft als willfährige Handlanger jener Parteien, denen sie ihren Job verdanken.
Unfähige Manager gehören abgelöst und nicht von Politikern an die Kandare genommen, die noch weniger verstehen, wie man Unternehmen erfolgreich führt.

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