AGES: Klarstellung zu neuen Erkenntnissen zur Fütterung mit GVO-Mais Bedarf an weiteren Studien besteht

Wien (OTS) - Gentechnisch modifizierter Mais als Futtermittel kann unter speziellen Versuchbedingungen Einfluss auf die Reproduktionsrate von Labormäusen haben. Das ergab eine Studie von Univ.-Prof. Jürgen Zentek (Veterinärmedizinische Universität Wien), die im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend (BMGFJ) durchgeführt wurde und heute bei einer Fachtagung der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, präsentiert wurde. Es handelte sich dabei um eine Einzelfallprüfung, deren Ergebnisse keinesfalls direkt auf den Menschen übertragen werden können. Sie zeigt aber, dass Bedarf an weiteren Studien besteht.

Weniger Nachkommen in der vierten Generation

Ziel der Studie war, mögliche Effekte des GVO-Mais NK603 X Mon810 in Langzeitfütterungsversuchen über mehrere Generationen auf Mäuse zu untersuchen. Es wurden drei Versuchsdesigns angewendet: eine Multigenerationenstudie, die Methode fortlaufender Zucht und ein Lebensdauerversuch. Gefüttert wurden die Mäuse mit einer Testdiät aus 33 Prozent Maisanteil der GVO-Maissorte NK603 X Mon810. In der Multigenerationenstudie wurde eine Kontrollgruppe mit nicht-GVO Mais aus Österreich gefüttert.

Die Ergebnisse zeigten keine Unterschiede bei Futteraufnahme und Gewichtsentwicklung der erwachsenen Tiere. Allerdings nahm in einem dieser Versuchsdesigns die Zahl der Würfe und der Nachkommen bei fortlaufender Zucht in der GVO-Futtergruppe stärker ab als in der Kontrollgruppe: In der GVO-Futtergruppe blieben mehr Weibchen ohne Wurf als in der Kontrollgruppe. Der Lebensdauerversuch ergab keine Unterschiede.

Die Studie zeigt, dass Multigenerationsversuche durchaus geeignet sind, Füttereinflüsse bei Mäusen aufzuzeigen. Ob ähnliche Befunde für andere Tiere zu erwarten sind, muss in entsprechenden Ansätzen untersucht werden. Eine Absicherung dieser vorläufigen Ergebnisse ist durch weitere Studien dringend erforderlich, so Studienautor Univ.-Prof. Jürgen Zentek.

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