ÖGV fordert soziale Gleichstellung von Lehrlingen, AHS-Schülern und Studenten

Grundlegende Neuordnung der Lehrlingsausbildung

Wien (OTS) - Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) fordert die soziale Gleichstellung aller in Ausbildung befindlichen Jugendlichen. Während alle Bildungsleistungen höherbildender Schulen und der Universitäten vom Staat zu 100% finanziert werden, hängt die Lehrlingsausbildung wie ein Mühlstein an den Hälsen der kleinen und mittelständischen Unternehmern. Nicht nur, dass diese den wesentlichsten Teil der Ausbildung erbringen, müssen sie auch Entlohnung und Lohnzusatzkosten tragen.

Im Vergleich zu AHS oder Hochschule werden die Ausbildungskosten für eine "Lehre" ausschließlich vom Ausbildenden bezahlt. "Betriebswirtschaftlich ist heute die Aufnahme eines Lehrlings für ein kleineres Unternehmen, trotz der vorhandenen Fördermaßnahmen, eine Belastung, erklärt ÖGV-Präsidentin Kriz-Zwittkovits. Sie rege an, die Lehrlingsausbildung so umzustellen, dass im ersten Lehrjahr der Unterricht an den Berufsschulen konzentriert würde, oder bei Beibehaltung des bisherigen Modells für die Dauer des ersten Lehrjahres die Lehrlingsentschädigung entfällt. Der Unternehmer würde nur eine Unfallversicherung bezahlen. Erst wenn ein Mindestverständnis für den jeweiligen Beruf erreicht sei, wäre eine fortführende Lehrlingsausbildung sinnvoll und für den Betrieb tragbar.

Die ÖGV-Präsidentin plädierte ergänzend dafür, auch verhindernde Bestimmungen, wie z.B. den strengen Kündigungsschutz, zu lockern. Dieser ist neben der erheblichen, zeitlichen und monetären Belastung der Unternehmer der Hauptgrund, warum sich Betriebe sehr genau überlegen einen Lehrling aufzunehmen. Investitionen in die Zukunft dürften nicht länger behindert werden. Sie sei überzeugt, dass die Politik jetzt durch eine grundlegende Neuordnung der Lehrlingsausbildung mithelfen könne, nicht zuletzt um die Auswirkungen einer einbrechenden Konjunktur abzufedern.

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