AKNÖ-Symposium: Meilenstein Bauarbeiter-Urlaubskasse und Betrugsbekämpfung

Wien (AKNÖ) - Obwohl nur rund 10 % der Beschäftigten in Niederösterreich in der Bauwirtschaft arbeiten, sorgt diese Branche für 20 % der AKNÖ-Interventionen wegen vorenthaltenem Lohn, nichtbezahlten Überstunden und Taggeldern sowie unterkollektivvertraglicher Entlohnung. Bei Ansprüchen auf Insolvenzentgelt kommen schon 27 % der vertretenen Arbeiternehmer aus der Bauwirschaft. Allerdings gibt es kaum Beschwerden, die das Urlaubsentgelt oder die Abfertigung betreffen. "Das ist klar das Verdienst der sozialpartnerschaftlichen Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse", sagte DDr. Wolfgang Massl, Abteilungsleiter Arbeits- und Sozialrecht der AKNÖ anlässlich eines heute, Dienstag, stattfindenden Symposiums. Weitere ExpertInnen beschäftigten sich auch mit den Methoden des Sozialbetruges und dessen Bekämpfung.
Die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) muss allerdings immer wieder vor Missbrauch geschützt werden. AKNÖ-Arbeitsrechtsexperte Erich Tröstl brachte anlässlich der Fachtagung Beispiele aus der Beratungspraxis der Niederösterreichischen Arbeiterkammer: Ein Dienstgeber forderte von der BUAK Urlaubsentgelt und Urlaubszuschuss an. Das Geld wird auch an den Dienstnehmer ausbezahlt, der Urlaub wird jedoch nicht konsumiert, sondern es wird weiter gearbeitet. In einem anderen Fall wurde das Geld von der BUAK an das Unternehmen überwiesen, jedoch nicht an den Arbeitnehmer weitergegeben.

In anderen Saisonbranchen gibt es keine Urlaubskassen

"Die Urlaubs- und Abfertigungskasse für Bauarbeiter ist ein Beispiel für gute, alte Sozialpolitik. Sie hat das Marktrisiko der Bauarbeiter bezüglich Urlaubsgeld ausgeglichen", stellte Abteilungsleiter Wolfgang Massl fest. In anderen saisonabhängigen Branchen wie dem Hotel- und Gastgewerbe schauen viele Arbeitnehmer bei der korrekten Berechnung des Entgelts "nach wie vor durch die Finger".
Mit "Fallgruben aus der Sicht des Rechtsanwenders" beschäftigte sich bei der AKNÖ-Tagung Rechtsanwalt Dr. Gerhard Jöchl, der kritisierte, dass "genauere Kentnisse über das Bauarbeiter-Urlaubsgesetz nur bei einem relativ kleinen Kreis von Spezialisten" vorhanden seien. Und aus der BUAK konnte Roland Ziegler, Gruppenleiter Sozialbetrugsbekämpfung als Referent gewonnen werden.
Die Tagung findet heute, Dienstag, von 13-17 Uhr, in der AKNÖ-Zentrale, 1060 Wien, Windmühlgasse 28 statt. Vertreter der Medien sind zu dieser Veranstaltung eingeladen.
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