ÖAMTC-Flugrettung: 25 Jahre sind nicht genug

Die Zukunft der sozial verträglichen Flugrettung in Österreich

Wien (OTS) - Seit nunmehr 25 Jahren bringen die ÖAMTC-Notarzthubschrauber überlebenswichtige Hilfe aus der Luft. Eine Rückschau auf die vergangenen 25 Jahre ist erfreulich. Die Notarzthubschrauber des Clubs sind zu einem wesentlichen Bestandteil der Notfallversorgung in Österreich geworden. Viele gerettete Menschenleben und unzählige Personen, die sich bleibende Schäden durch die schnelle Hilfe aus der Luft erspart haben, sind der beste Beweis dafür.

Eine Vorschau auf die nächsten Jahre ist da bei weitem schon schwieriger. Ressourcen werden knapper und das Gesundheitssystem befindet sich in einem grundlegenden Strukturwandel. Dass diese Veränderungen auch unmittelbar Einfluss auf die Flugrettung haben werden, ist sicher - in welchem Ausmaß ist jedoch mehr als ungewiss. Aus diesem Grund veranstaltet die ÖAMTC-Flugrettung heute eine Enquete zum Thema "25 Jahre sind nicht genug - die Zukunft der sozial verträglichen Flugrettung in Österreich".

"Die Erfolge der ÖAMTC-Flugrettung beflügelten die Entwicklung von Flugrettungssystemen auch in anderen Ländern", stellt Gerhard Kugler, Ehrenpräsident des European HEMS & Air Ambulance Committee gleich zu Beginn der Enquete fest. In Europa existieren aktuell 380 Notarzthubschrauber-Stützpunkte, die für die akute medizinische Notfallversorgung unverzichtbar geworden sind. Flugrettung hat aber auf Grund des Einsatzes von Spitzentechnologien auch ihren Preis. "Diesen als überhöht zu bezeichnen, geht jedoch an der Realität vorbei", meint Kugler. So wurde in Kosten/Nutzen-Analysen immer wieder nachgewiesen, dass die durch die Flugrettung erzielbaren volkswirtschaftlichen Einsparungspotenziale enorm sind. "Für die Gesundheits- und Sozialpolitik bringt die Unterstützung der Flugrettung wie kaum in einem anderen Bereich eine lohnende Rechtfertigung", sagt Kugler weiter.

Walter Schrammel, Vorstand am Institut für Arbeits- und Sozialrecht, zeichnet in seinem Referat ein dramatisches Bild der Ist-Situation. "Eine unübersichtliche Kompetenzlage sowie eine nicht adäquate und unvollständige Regelung der Kostenabdeckung stellen die Betreiber von Notarzthubschraubern vor zunehmend unlösbare Probleme." Aus verfassungsgesetzlicher Sicht ist das Flugrettungswesen Landessache. "Sieben Bundesländer haben diese Aufgabe teilweise wieder an den Bund übertragen, was den 'Kompetenzdschungel' perfekt macht", sagt Schrammel. Die Krankenkassen wiederum prüfen erst im Nachhinein, ob der Einsatz eines Notarzthubschraubereinsatzes überhaupt notwendig war. "Diese Vorgehensweise erfolgt jedoch ohne entsprechende Rechtsgrundlage", kritisiert Schrammel. Insgesamt ist die Situation für den ÖAMTC als Betreiber von Notarzthubschraubern mehr als unbefriedigend.

Eine mögliche Lösung des Problems liefert Heinz Mayer, Institut für Staats- und Verwaltungsrecht, Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät: "Zielführend wäre die Schaffung einer bundesweit einheitlichen neuen Struktur, die eine Aufrechterhaltung des aktuellen, hochwertigen Flugrettungssystems, wie es der ÖAMTC derzeit betreibt, gewährleistet." Am geeignetsten erscheint hierfür eine Fondslösung. "Ein 'Österreichischer Flugrettungsfonds' tritt vermittelnd zwischen Bund, Ländern, Sozialversicherungen einerseits und den Betreibern der Flugrettung andererseits. Damit leistet der 'Österreichische Flugrettungsfonds' einen nachhaltigen Beitrag zu einer gesicherten Finanzierung, schafft die hierfür notwendigen Strukturen und definiert eindeutige Zuständigkeiten", fasst Mayer die Idee einer Fondslösung zusammen.

"Durch den raschen Einsatz der ÖAMTC-Notarzthubschrauber kann binnen kürzester Zeit Spitzenmedizin an beinahe jedem Ort in Österreich verfügbar gemacht werden", berichtet der medizinische Koordinator der ÖAMTC-Flugrettung, Wolfgang Voelckel. War der ursprüngliche Auftrag der Notfallmedizin noch Menschen aus lebensgefährlichen Situationen zu befreien, so ist mittlerweile eine überaus komplexe Dienstleistung daraus geworden. "Notarzthubschrauber werden heute als universelle Rettungsmittel verstanden und entsprechend eingesetzt", meint Voelckel. "Wirtschaftliche Aspekte sind aber im Zuge dieser Entwicklung sowohl einsatztaktisch als auch politisch unberücksichtigt geblieben." Außer Zweifel steht jedoch, dass eine zeitnahe und professionelle Patientenversorgung sowie der rasche Transport in geeignete Krankenhäuser, eine deutliche Reduktion von Folgeschäden und -kosten nach sich zieht. "Als logische Konsequenz sollte der Flugrettung und ihrer nachhaltigen Finanzierbarkeit besonderes Augenmerk zu Teil werden", hält der medizinische Koordinator der ÖAMTC-Flugrettung abschließend fest.

Niemand wünscht sich, dass sein Überleben einmal von den Notarzthubschraubern des ÖAMTC abhängig ist. Trotzdem muss im Falle des Falles der Notarzthubschrauber rasch am Einsatzort sein und die Crew effektiv helfen können. Der ÖAMTC ist bereit, sein in den vergangenen 25 Jahren erworbenes Know-how zum Fortbestand einer sozial verträglichen Flugrettung in Österreich jederzeit einzubringen. Darunter versteht der ÖAMTC, dass Notarzthubschrauber-Einsätze für Patienten weiterhin unentgeltlich sind und in Zukunft die öffentliche Hand die Kosten der Flugrettungseinsätze vollständig trägt.

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