Stürze im Badezimmer: Senioren besonders betroffen

Rund 6.000 Senioren verletzen sich jährlich bei Stürzen in Badezimmer oder WC. Einfache Maßnahmen helfen, schwere Verletzungen zu vermeiden.

Wien (OTS) - Etwa 12.000 Menschen verletzen sich jährlich bei Stürzen in Badezimmer oder WC so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen - jeder Zweite ist 60 Jahre oder älter. Je älter Menschen werden, umso größer ist die Sturzgefahr: 40 Prozent der Verletzten sind zwischen 80 und 89 Jahre alt, ein Drittel (31%) zwischen 70 und 79 Jahre. "Im Badezimmer lauern Gefahren, die den Bewohnern oft gar nicht bewusst sind. Ausrutschen auf nassen Fliesen, Stolpern über rutschende Badezimmerteppiche oder ein Gleichgewichtsverlust beim Heraussteigen aus der Badewanne - das sind häufige Sturzursachen, die zu schweren Verletzungen führen können", warnt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). 45 Prozent der im Bad gestürzten Senioren ziehen sich einen Knochenbruch zu, 25 Prozent erleiden eine Prellung. Jeder Zehnte (11%) muss aufgrund einer Gehirnerschütterung im Spital behandelt werden. "Im höheren Erwachsenenalter heilen derartige Verletzungen deutlich schlechter als in jungen Jahren. Dabei gibt es einfache und kostengünstige Maßnahmen, die das Sturzrisiko im Bad deutlich verringern", sagt Dunzendorfer.

Rutschfeste Matten und Haltegriffe reduzieren Sturzgefahr

Eine einfache Maßnahme sind rutschfeste Matten vor und in der Badewanne oder Duschtasse. Gummimatten mit Saugnäpfen können schnell montiert werden und bieten auch nassen Füßen Halt. Badezimmerteppiche sollten auf der Bodenseite rutschfest sein. Das Alter bringt zumeist Einschränkungen der Beweglichkeit und eine geringere Körperkraft mit sich. Haltegriffe in der Dusche, bei der Wanne und beim WC sind eine Stütze und reduzieren die Sturzgefahr. "Besonders Personen mit Bewegungseinschränkungen benötigen Hilfen, die ihnen den Alltag erleichtern und Verletzungen verhindern. Haltegriffe in Bad und WC sind einfache und kostengünstige Hilfsmittel, um Stürze zu verhindern", rät Dunzendorfer. Sicherheitsgriffe und Wanneneinstiegshilfen sind im Sanitärfachhandel erhältlich und können schnell und einfach montiert werden.

Barrierefreies Bauen beugt Unfällen vor

Der rechtzeitige barrierefreie Umbau des Badezimmers reduziert die Unfallgefahr deutlich. Der Umstieg von einer Badewanne auf eine barrierefreie Dusche mit ebenerdigem Einstieg vereinfacht die Körperpflege deutlich. Ein Klappsitz sowie Haltegriffe in einer geräumigen Dusche beugen Unfällen vor. Sollte doch einmal etwas passieren, müssen Helfer schnell zur Tat schreiten können. Badezimmer- und WC-Türen sollten daher nach außen aufgehen. "Schon beim Bau sollte auf Barrierefreiheit geachtet werden und beispielsweise Türschwellen möglichst vermieden werden. Auch wenn man sich fit und rüstig fühlt, rechtzeitige Sicherheitsvorkehrungen verhindern Unfälle und erleichtern den Alltag - nicht nur im Alter", empfiehlt Dunzendorfer.

Rückfragen & Kontakt:

Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
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