"Brücken zwischen Christen und Juden"

Grundlagentext des "Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit" will Perspektiven der Beziehungen aufzeigen -"Verbundenheit von Juden mit dem Staat Israel anerkennen und unterstützen"

Wien, 10.11.08 (KAP) "Brücken zwischen Christen und Juden": Unter diesen Titel hat der "Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit" ein neues Dokument veröffentlicht. Wörtlich heißt es in dem Dokument: "Christen und Juden sind verbunden durch die Heilszusage des einen Gottes. Die heiligen Schriften, die Christen und Juden miteinander teilen, künden von der bleibenden Erwählung des Volkes Israel als Zeichen des Heils für alle Völker". Dialog trage dazu bei, "Distanz zu erkennen und Nähe zu vertiefen". Wörtlich wird in dem Dokument betont: "Die Wertschätzung in einem angstfreien und vertrauensvollen Klima schließt jede Form von Missionierung aus". Organisierte christliche Judenmission sei eine Bedrohung der jüdischen Existenz, die Gewissensentscheidung des Einzelnen, seinen Weg im Glauben frei zu wählen, sei aber "zu respektieren".

Weil die Kirchen einen Neuanfang in ihrer Haltung zum Judentum gesetzt haben, müsse es für alle Christen "selbstverständlich" sein, Antisemitismus zu bekämpfen, "jegliche Abwertung des Judentums zurückzuweisen und die besondere Verbundenheit von Juden mit dem Staat Israel anzuerkennen und zu unterstützen". Die "demütige Erinnerung" an Versagen und Schuld bleibe beim Brückenschlag der Christen zum Judentum stets gegenwärtig. Es gehe um das Gedenken an "Gewalt und Vernichtung", der das jüdische Volk durch die Jahrhunderte immer wieder ausgeliefert war.

Bei der "gemeinsamen Schriftlesung" könnten Christen und Juden "den Willen Gottes für diese Welt" erkennen. Gegen die "Bedrohungen des Friedens, die gequälte Gerechtigkeit und den Raubbau an der Schöpfung" gehe es um die "kraftvolle, Leben stiftende Gegenwart Gottes". Juden und Christen verbinde der Glaube an den "einen Schöpfer und das Bekenntnis zur Gottebenbildlichkeit des Menschen".

Der Vorsitzende des "Koordinierungsausschusses", der frühere methodistische Superintendent Prof. Helmut Nausner, sagte zur Entstehung des kurzen Textes: "Nach der Veröffentlichung der neuen Karfreitagsfürbitte für römisch-katholische Gottesdienste nach 'altem Usus' sind in der jüdischen Gemeinde Irritierungen wegen einer unklaren Haltung der Kirchen zur Judenmission entstanden. Unser Anliegen ist es, hier bestehende Eckpfeiler einer tragfähig gewachsenen Beziehung in Erinnerung zu rufen und den Weg zu skizzieren, den die Zusammenarbeit beschreiten soll".

Für Nausner zeigt sich aber in dem Thesenpapier, dass die Tätigkeit des "Koordinierungsausschusses" auch in schwierigen Zeiten Bestand hat: "Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg und Kardinal Christoph Schönborn begrüßen unsere Initiative und diesen Text. Wir hoffen, dass wir damit wieder die Grundlage zukünftiger Kooperationen in Erinnerung gerufen haben". (Infos: Markus Himmelbauer, Tel. 0650/479.73.76). (ende)
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