Die Direktorenkonferenz mahnt die kulturelle Verantwortung der Bundesregierung ein

Wien (OTS) - In dieser Wirtschaftskrise muss die Basisdotierung
der Bundesmuseen und Nationalbiblothek erhöht werden.Einbruch bei den Sponsorenleistungen erzwingt eine massive Unterstützung durch den Staat.

Die Welt erlebt im Augenblick eine der größten Finanz- und Wirtschaftskrisen der jüngeren Geschichte. Dies Krise tangiert auch zutiefst die österreichische Museumslandschaft. In den letzten Jahren konnten die Bundesmuseen durch innovative und erfolgreiche Public Private Partnership Modelle und mit Hilfe großzügiger Sponsoren und Mäzene im In- und Ausland die finanzielle Ausdünnung und real vielfach sinkenden Subventionen zum Teil kompensieren.

So wie im Augenblick der Staat den Finanzdienstleistungssektor stützt und ein nachhaltiges Konjunkturprogramm verabschieden wird, ebenso ist es notwendig, den österreichischen Bundesmuseen die wegbrechenden mäzenatischen und Sponsorenleistungen zu kompensieren.

Die Bundesmuseen bilden in ihrer Gesamtheit das Flaggschiff der österreichischen Kunst und des kulturellen Gedächtnisses. Ihr Niveau und ihren Rang können die Bundesmuseen nur erhalten, wenn in den entsprechenden Budgetansätzen alles getan wird, um die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht zu einer Museums- und Kulturkrise werden zu lassen.

Dies ist umso notwendiger, als im letzten Jahrzehnt, seit der Ausgliederung der Bundesmuseen aus der Bundesverwaltung, die Kosten für Personal, Energie, Mieten und allgemeinen Museumsbetrieb überproportional gestiegen sind. Seit zehn Jahren wurde die Inflation nicht abgegolten. Trotz einer außerordentlichen Steigerung nicht zuletzt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Museen sowie der Österreichischen Nationalbibliothek können die Auswirkungen der jetzigen Wirtschaftskrise von den Häusen selbst nicht mehr abgefangen werden.

Die Direktorenkonferenz ersucht, ja fordert ausdrücklich eine substanzielle Erhöhung der Basisdotierung aller Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek.

Die Direktorenkonferenz warnt vor den Folgen der Wirtschaftskrise, die weit über die Museen hinaus das österreichische Kulturleben, die Kunstproduktion sowie die kulturelle Bildung beeinträchtigen und nachhaltig schwächen könnte, wenn der Staat in dieser kritischen Phase sich nicht zu seiner kulturellen Verantwortung ebenso bekennt wie er, zurecht, die Spareinlagen der Österreicher garantiert und durch ein Konjunkturprogramm Arbeitsplätze sichern will.

Die Direktorenkonferenz unterstützt ausdrücklich die diesbezüglichen Bemühungen von Bundesministerin Dr. Claudia Schmied und erwartet, dass sich die österreichische Bundesregierung in ihrer Gesamtheit der kulturpolitischen Verantwortung in ihrer ganzen Tragweite der derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bewusst ist.

Albertina - Vorsitzender der Direktorenkonferenz
Dr. Klaus Albrecht Schröder

Belvedere
Dr. Agnes Husslein-Arco

Kunsthistorisches Museum mit Museum für Völerkunde und Österreichischem Theatermuseum
Dr. Wilfried Seipel

MAK - Österreichisches Museum für Angewandte Kunst
Dr. Peter Noever

MUMOK - Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig
Direktor Edelbert Köb

Naturhistorisches Museum
Dr. Bernd Lötsch

Österreichische Nationalbibliothek
Dr. Johanna Rachinger

Technisches Museum Wien mit Österreichischer Mediathek
Dr. Gabriele Zuna-Kratky

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