"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Nach dem Wachtelei"

Die Finanzkrise hat ihr Gutes: Die Politik widmet sich wieder Wichtigem.

Wien (OTS) - Erinnern Sie sich noch an die Wachtelei-Debatte? So lang ist es gar nicht her, da haben Politiker und Experten am Höhepunkt des Nationalratswahlkampfs darüber diskutiert, ob dieses Luxusgut auch um ein paar Cent billiger werden darf, wenn die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel gesenkt wird.
Oder wissen Sie noch, worum es damals bei der Familienbeihilfe ging? Streitpunkt war, ob diese für alle Kinder oder nur für Ältere erhöht werden soll (was ein paar Millionen weniger kostet).
Heute sind das keine Themen mehr. Die internationale Finanzkrise hat Österreich erreicht, SPÖ und ÖVP ringen darum, wie man mit Milliarden-Paketen Banken rettet, Zehntausende vor der Arbeitslosigkeit bewahrt und verhindert, dass das Land in eine Rezession schlittert.
Es geht wieder um Grundsätzliches: Wie sehr soll der Staat in die Wirtschaft eingreifen? Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Schulden zu machen? Wie kann das Bildungssystem fit gemacht werden, damit möglichst viele einen Job finden?
Das ist gut so. Es sind Fragen wie diese, die sich die Politik stellen und die sie beantworten muss. Schade nur, dass es dafür eine Krise gebraucht hat.

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