Kärnten startet Schutzimpfungen gegen Blauzungenkrankheit

LR Martinz: Bauern haben keine Kosten für Impfung zu tragen

Klagenfurt (LPD) - "Die Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern war nicht aufzuhalten. Heute, hat die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit das Auftreten der Blauzungenkrankheit in Oberösterreich bestätigt", informierte heute, Mittwoch, Agrarlandesrat Josef Martinz.

Kärnten habe die Prognosen im Sommer ernst genommen und sei für eine generelle Impfaktion im Land gerüstet. Sie wird in den nächsten Wochen als Vorbeugungs-Maßnahme gestartet. Geimpft werden sämtliche Rinder, Schafe und Ziegen in Kärnten. Der Impfstoff ist laut Martinz in Kärnten vorhanden und den Landwirten entstehen keine Kosten für die großflächigen Impfungen. In Tirol und Vorarlberg sind Impfaktionen bereits im August, nach Auftreten eines Falles in Bayern, erfolgt.

Die Blauzungenkrankheit ist eine Viruserkrankung der Rinder, Schafe und Ziegen, aber auch wildlebende Wiederkäuer zum Opfer fallen und die von einer Mücke übertragen wird. "Daher sind die wirtschaftlichen Verluste in der Landwirtschaft immer gravierend", warnt Martinz.

"In Kärnten sind zum Schutz vor der Erkrankung ca. 200.000 Rinder und 40.000 Schafe und Ziegen von Amtstierärzten und Tierärzten in Kärnten zu impfen", berichtet Martinz. "Die Blauzungenkrankheit gehört zu den anzeigenpflichtigen Tierseuchen. Das heißt, dass jeder Verdacht dem zuständigen Amtstierarzt gemeldet werden muss", stellt Martinz fest. Der Amtstierarzt nimmt Blutproben, die Untersuchung erfolgt im Labor der AGES in Mödling.

"Die Impfkampagne muss rasch und effizient ablaufen. Damit ist, wie bei Seuchenfällen üblich, die Mithilfe der Gemeinden bei der Organisation und Durchführung erforderlich", kündigt Martinz an. Schon im Dezember 2007 wurden in Kärnten 1.900 Rinder von der Veterinärabteilung vorbeugend untersucht. Außerdem gibt es in Kärnten Mückenfallen, mit deren Hilfe die Veterinärabteilung feststellen kann, ob die Krankheitsüberträger unser Land bereits erreicht haben.

Alle Rinder ab einem Alter von drei Monaten zweimal im Abstand von vier Wochen müssen geimpft werden. Kälber ab einem Alter von vier Wochen können auf Wunsch des Tierhalters geimpft werden und alle Schafe und Ziegen ab einem Alter von vier Wochen (einmalige Impfung).

Tritt ein Fall von Blauzungenkrankheit auf, wird eine Überwachungszone im Umkreis um den Betrieb von 150 Kilometern errichtet. In der Überwachungszone selbst werden weitere Betriebe mit empfänglichen Tierarten festgestellt und klinische sowie Blut-Untersuchungen durchgeführt. Fleisch und Milch von gesunden Tieren aus den Zonen sind für den menschlichen Verzehr unbedenklich. Die Blauzungenkrankheit wird von einer Mücke übertragen, kann aber auch durch Import von infizierten Tieren eingeschleppt werden. Die Erkrankung ist nicht von Tier zu Tier übertragbar und stellt auch für den Menschen keine Gefahr dar.

Die Blauzungenkrankheit verläuft akut und ist charakterisiert durch Fieber, Lippenödemen oder Klauenentzündungen. Die Temperaturerhöhung auf 40 bis 42 Grad Celsius ist typisch, wobei die Krankheit zum Tode führen kann. Die Mücken selbst können mit Wind über Entfernungen bis zu 200 Kilometer verbreitet werden.

Seit 1.Mai 2008 sind in Europa bereits über 46 000 Blauzungen-Fälle aufgetreten. Aufgrund der dramatischen Ausbreitungstendenz wurde intensiv an der Entwicklung eines Impfstoffes gearbeitet, der jetzt zur Verfügung steht und in Europa werden große Impfkampagnen gestartet. Insgesamt sollen 500 Millionen Tiere geimpft werden.

Die Niederlande, Deutschland, Belgien, Luxenburg und Frankreich waren bisher betroffen. 2007 ist die Krankheit auch in England massiv aufgetreten. Die Mitgliedsstaaten Europas sind verpflichtet, Überwachungsmaßnahmen durchzuführen. In Österreich hat man bereits 2007 mit einem Überwachungsprojekt begonnen. Auch Schulungs- und Informationsveranstaltungen für Amtstierärzte und Tierbesitzer wurden eingeleitet.
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