Sima: Keine Rückkehr des Uran-Abbaus nach Europa!

Uran-Ausstellung in der Wiener Umweltanwaltschaft bis 21. November 2008

Wien (OTS) - "Rückkehr des Uran-Bergbaus nach Europa" heißt die spannende Ausstellung, zu der die Wiener Umweltanwaltschaft anlässlich 30 Jahre Volksabstimmung zum AKW Zwentendorf bis zum 21. November 2008 lädt. Der Uran-Bergbau ist ein wesentlicher - und oft vergessener - Aspekt in der Debatte zur Nutzung der Atomkraft. Uran ist der zentrale Bestandteil der AKW-Brennelemente, jährlich werden weltweit mehr als 60.000 Tonnen verbraucht, die als hoch radioaktiver Abfall zurückbleiben und Mensch und Umwelt in der Umgebung der Abbaugebiete dramatisch beeinträchtigen und schädigen. Nun droht die Rückkehr des Uran-Abbaus in Europa, konkret in Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Umweltstadträtin Ulli Sima und Wiens Umweltanwältin Andrea Schnattinger haben die Ausstellung im Amtshaus in der Muthgasse heute, am Jahrestag der Zwentendorf-Volksabstimmung, eröffnet. Sima warnte in diesem Zusammenhang vor der Rennaissance der Atomkraft: "Auch 30 Jahre nach Zwentendorf ist die Atomkraft mit all ihren negativen Auswirkungen auch für uns in Österreich eine reale Bedrohung. Gerade unter dem Deckmantel des Klimaschutzes will die Atomlobby die Nuklearenergie weiter ausbauen, was es endlich zu stoppen gilt" fordert Sima. Das enorme Risiko der Atomenergie beginne bereits beim Abbau des Rohstoffes für die AKWs, zieht sich über die Gefahr eines nuklearen Unfalls im Atomkraftwerk bis hin zur ungelösten Frage der Lagerung des radioaktiven Materials.

Mochovce-Ausbau als atomares Risiko für Wien

Zentral ist Sima in der aktuellen Debatte der kürzlich begonnene Ausbau des slowakischen AKW Mochovce unweit von Wien entfernt: "Ohne eine Umweltverträglichkeitsprüfung sollen in Mochovce Fakten geschaffen werden, das umstrittene AKW soll ausgebaut werden, obwohl es massive Sicherheitsmängel gibt, die sogar die EU-Kommission im Sommer kritisiert hat" so Sima. Es sei völlig inakzeptabel, dass der italienische Energieversorger ENEL in der Slowakei nun das atomare Risiko auch für Wien verdopple, so Sima. Sie fordert eine Anti-Atom-Allianz auf EU-Ebene, um den Vormarsch der Atomenergie zu stoppen und den Focus auf Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren Energien zu setzen. Ein wesentlicher Hebel ist für Sima dabei der EURATOM-Vertrag, der die Vormachtstellung der Nuklearenergie in der EU weiterhin festschreibt, dies gelte es zu ändern.

Uran-Abbau als Gefahr für Mensch und Umwelt

In der Uran-Ausstellung werden die dramatischen Auswirkungen in der Umgebung der Uran-Bergwerke verdeutlicht. Zur Gewinnung des Urans werden riesige Mengen Gesteinsmaterial bewegt. Nur ein Bruchteil davon ist Uran. Beim überwiegenden Rest handelt es sich um radioaktiven Abraum, der oft ungeschützt auf Halden deponiert wird. Wind und Regen sorgen für die Verteilung in der Umgebung. Leidtragende davon sind Arbeiter und ihre Familien die - besonders in den Entwicklungsländern - in unmittelbarer Umgebung der Förderstellen leben. Die indigene Bevölkerung in der Umgebung der Abbaugebiete wird oftmals vertrieben oder leidet unter der radioaktiven Verseuchung durch den Uran-Abbau. Durch den steigenden Uran-Preis wird das schmutzige Geschäft mit dem Uran-Bergbau auch in längst geschlossen Bergwerken in Europa wieder aktuell. "Der Uran-Abbau ist eine wesentliche Facette in der Debatte um die Atomkraft, leider gehen die dramatischen Auswirkungen in der Diskussion oft unter. Die aktuelle Ausstellung soll aufrütteln und auch diesen Aspekt beleuchten", so Umweltanwältin Andrea Schnattinger.

o Ausstellung in der Wiener Umweltanwaltschaft Bis 21. November im Amtshaus Muthgasse, Foyer, 1190 Wien, Muthgasse 62 o Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 07.30 bis 16.30 Uhr

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