Leitl: Aufnahme Kroatiens in die EU zum frühest möglichen Zeitpunkt

WKÖ begrüßt Festhalten der EU-Kommission an Verhandlungsabschluss Ende 2009

Wien (PWK834) - "Dass die EU-Kommission an einem Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien Ende 2009 festhält, ist ein wichtiges Signal und ein Anreiz für Kroatien, die Anstrengungen für eine Aufnahme in die EU zu verstärken", sagte Christoph Leitl als Präsident der Wirtschaftskammer Österreich und in seinen europäischen Funktionen: Die heute, Mittwoch, veröffentlichte Brüsseler Erweiterungsstrategie bestätigt das Zieldatum Ende 2009, sofern Zagreb seine "Hausaufgaben" macht und die Justizreform und der Kampf gegen die Korruption entscheidend vorangetrieben werden.

Die Wirtschaftskammer trete vehement dafür ein, Kroatien so bald wie möglich in die EU aufzunehmen: "Davon profitiert nicht nur Kroatien, sondern auch die österreichische Wirtschaft." Denn obwohl die österreichische Wirtschaft in Kroatien schon gut vertreten ist, wollen viele, vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, dessen Beitritt abwarten, bevor sie mit größeren Investitionen aktiv werden. Dies hatte sich auch nach der Aufnahme der 12 neuen Mitgliedstaaten eindeutig gezeigt: Die Handelsbilanz mit diesen Staaten stieg damals von 1,9 Milliarden auf 6,2 Milliarden Euro um mehr als das Dreifache.

Die Unterstützung der Wirtschaftskammer Österreich werde von Kroatiens Politikern und Bevölkerung sehr geschätzt, betonte Leitl, und diese Sympathie gelte auch vice-versa. Trotz fehlender gemeinsamer Grenze wird Kroatien von Österreichs Bürgern und Wirtschaftstreibenden als Nachbar angesehen: "Rund 700.000 österreichische Touristen jährlich und mehr als 3 Mrd. Euro österreichische Investitionen seit 1993 sprechen eine deutliche Sprache", betonte Leitl.

Der Außenhandel mit Kroatien legte im ersten Halbjahr 2008 stark zu: Die österreichischen Exporte nach Kroatien sind um 8,1 Prozent auf 796,1 Millionen Euro gestiegen. Die Einfuhren aus Kroatien nahmen sogar um 13,4 Prozent auf 334,9 Millionen Euro zu. Der halbjährliche Handelsbilanzüberschuss von 461,2 Millionen Euro zählt zu den höchsten, die Österreich im Außenhandel weltweit erzielt.

Leitl betonte abschließend, dass die EU-Erweiterung Österreich zum Export-Europameister gemacht habe: Österreich konnte im Außenhandel 2007 mit einem Plus von insgesamt 395 Millionen Euro seinen höchsten Handelsbilanzüberschuss in der 2. Republik erreichen. Und Osteuropa werde für Österreich trotz der jetzigen Krise, die auch dort zu einer kräftigen Wachstumsabschwächung führen dürfte, ein wichtiger Absatzmarkt bleiben. (FA)

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