Erstmaliges Auftreten der Blauzungenkrankheit in Österreich

Gesundheitsministerin Kdolsky: Für Menschen besteht kein Anlass zur Sorge

Wien, 5. November 2008 (OTS) - Erstmals wurde in Österreich die Blauzungenkrankheit diagnostiziert. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit stellte im Rahmen von Routineuntersuchungen bei einem Rind im Bezirk Schärding/Oberösterreich die Blauzungenkrankheit fest.

Die Blauzungenkrankheit ist eine Viruserkrankung von Rindern, Schafen, Ziegen und wildlebenden Wiederkäuern und wird durch den Bluetongue- (BT-) Virus, der durch Stechmücken übertragen wird, verursacht. Bei Schafen muss mit hohen Erkrankungs- und Todesraten gerechnet werden. Bei Rindern verläuft die Krankheit im Normalfall milder.

Sofort nach Feststellung des BT-Virus wurde eine Blutprobe zur weiteren Abklärung an das europäische Referenzlabor nach Pirbright/ Großbritannien geschickt.

Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky: "Für die Konsumenten und Konsumentinnen besteht kein Anlass zur Sorge. Das BT-Virus stellt für den Menschen keine Gefahr dar." Allerdings habe das Auftreten der Blauzungenkrankheit große Auswirkungen auf die Milch-, Fleischwirtschaft und den Viehhandel, da es zu Leistungsminderung und Fruchtbarkeitsstörungen komme.

Die Gesundheitsministerin verwies in diesem Zusammenhang auf die Blauzungen-Bekämpfungsverordnung. In einer Schutz- und Kontrollzone im Umkreis von 150 Kilometern werden die für die Krankheit empfänglichen Tiere genau überwacht. Für den Tierverkehr gibt es Einschränkungen.

"Die österreichischen Behörden haben im Auftrag des Gesundheitsministeriums sehr rasch und professionell gehandelt", betonte Kdolsky. Seit Juli dieses Jahres gebe es in den Bundesländern Tirol und Vorarlberg verpflichtende Schutzimpfungen gegen die Blauzungenkrankheit, nachdem in den Nachbarstaaten Österreichs 2006 und 2007 die Krankheit aufgetreten war. "Es wird nun bis Ende März 2009 eine flächendeckende Schutzimpfung auch außerhalb der Schutz-und Kontrollzone geben. Damit kann das Risiko einer Ausbreitung der Blauzungenkrankheit gering gehalten werden", so die Gesundheitsministerin abschließend.

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